Café complet

16. Januar 2012 - 18:09 Uhr

Café complet – das Abendbrot (Nachtessen) der Schweizer im letzten Jahrhundert.

Brot mit Butter, Käse und Confi – dazu Milchkaffee.

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Abendbrot der Woche

24. Dezember 2011 - 13:18 Uhr

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wg/3zi/k/bar

8. November 2011 - 01:31 Uhr

Wegen Krankheit der Abendbrotforscher auf den 8. März 2012 verschoben!

wg/3zi/k/bar

ein haus fuer kuenstlerInnen.gaeste.freunde

do. 10.11.2011, ab 20.00 uhr

gästezimmer: Hellmut Neidhardt, James Campbell “Tape measure kid”

küche: Ingke Günther, Jörg Wagner “Abendbrot”

bibliothek: Lecture surprise

bar: j.b’s bar

die wg : jeden 2ten donnerstag im monat malkasten.duesseldorf.jacobihaus kuenstlerverein malkasten.jacobistr .6a.40211 duesseldorf.0211.356471 aktuelles programm.info: www.wg3zikb.de programm.ausfuehrung: markus ambach.birgit jensen

die wg im malkasten- ein offenes haus fuer kuenstlerInnen.gaeste.freunde wann: jeden 2. donnerstag im monat wo: malkasten.duesseldorf.jacobihaus was: treffen.talken in 5 zimmern: wohnen/tv: video.filmprogramm.tv bibliothek: lesung.vortrag.news gaestezimmer: gaeste.bilder.diskussion kueche: wer kocht was.plattenkueche bar: trinken.treffen.talk in j.b’s bar

inputs sehr willkommen: info@wg3zikb.de

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ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK – historisches museum frankfurt III

13. Juli 2011 - 15:01 Uhr

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ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK – historisches museum frankfurt II

11. Mai 2011 - 23:28 Uhr

Die Fotos wurden uns vom historisches museum frankfurt zur Verfügung gestellt (Bildrechte historisches museum frankfurt – Fotograf Uwe Dettmar)

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ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK – historisches museum frankfurt I

11. Mai 2011 - 23:19 Uhr

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ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK

28. April 2011 - 15:44 Uhr

Ingke Günther & Jörg Wagner im historischen museum frankfurt am Samstag, 7. Mai 2011, 19 bis 21 Uhr

Im Rahmen der “Abrissparty” des historischen museums frankfurt bereiten Ingke Günther und Jörg Wagner ein finales Abendbrot, das um den Knust, das Krüstchen, den Kanten – also das ENDSTÜCK des Brotes – kreist.
Das am Abendbrottisch oft begehrte, knusprig-buckelige Brotende setzen sie in den Fokus einer Installation, die von ihnen und ihren Gästen bespielt wird. Günther und Wagner laden in den ausgeräumten Sichtbetonbau des Museums zu einer temporären Abendbrotwirtschaft ein. Bei Brot, Butter und Milch befragen sie das alltagskulturelle Phänomen des Abendbrots, erkundigen sich nach familieneigenen Gewohnheiten und -ritualen, nach persönlichen Erinnerungen und regionalen Abendbrotspezialitäten. Außerdem sammeln sie Bezeichnungen für das ENDSTÜCK des Brotes, die fast zahllos zu sein scheinen. In ihren dialektischen Ausprägungen, zumeist liebevoll-charmante Wortschöpfungen, verweisen die unterschiedlichen Knust-Worte auf die heimatlichen Abendbrottische ihrer Nutzer.
Mit der ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK führen Günther und Wagner ihre 2009 im Münsterland im Rahmen eines Projektstipendiums begonnene FELDFORSCHUNG ABENDBROT fort. In ihrem zum Projekt erschienenen Künstlerbuch schreiben sie:
“Müsste man die Punkte, die uns am Abendbrot interessieren, kurz gefasst auf eine Butterbrottüte notieren, würde man da lesen: Das ABENDBROT ist eine deutsche Spezialität – brotbasiert, kalt, komponentenreich, deftig und lecker. Der Hauptdarsteller Brot und seine belegenden Begleiter werfen täglich kompositorische Fragen auf. Und der Gestaltungsraum Tisch nicht weniger! Rituale werden sichtbar – wer sitzt wo und isst immer das letzte Stück Salami auf. Die Feierabendmahlzeit lässt Muße zu und stiftet Kommunikation.”
www.abendbrotforschung.net

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BROTENDE O-Töne

28. Februar 2011 - 16:35 Uhr

Erste O-Töne zum Brotende.

Hans Ast schickte uns diese beiden O-Töne:

großmutti sagt brotende auf berndeutsch 10.02.10

tante eva sagt brotende auf wienerisch 15.02.10

Von M.L. wurden wir freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass der Knust fast Kunst sei. Wir haben recherchiert und festgestellt, dass es sich tatsächlich so verhält.
Im Folgenden der Nachweis in bildhafter Form aufgebracht mit Etikettenschrift auf Wachstischdecke.

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ABENDBROTMUSEUM – Teil 2

5. Februar 2011 - 16:44 Uhr

Das Abendbrotmuseum versammelt Gegenstände und Fotografien von Dingen, an denen Abendbroterinnerungen haften. Erinnerungen an den gedeckten Tisch aus Kindertagen, an Abendbrote bei den Großeltern, Picknickbrot-Situationen, WG-Abendessen oder Abendbrote aus der jüngsten Vergangenheit – mit den eigenen Kindern, dem Partner, Freunden oder alleine.

Gibt es noch das Lieblingsbrettchen? Welcher Gegenstand hat sich herübergerettet aus der Zeit, als sich noch alle Familienmitglieder pünktlich um 18 Uhr um den gedeckten Tisch versammelt haben. Oder welches Messer, welchen Teller oder Salzstreuer benutzt man heute am liebsten?

OVOMALTINE-ZUCKERSTREUER

Diese Versüßungshilfe haben die Abendbrotforscher als Andenken von einer Alm aus der Schweiz mitgebracht. Dort stand dieser formschöne Streuer jeden Tag auf unserem Pensionstisch. Als wir unsere Gastwirtin bei der Abreise fragten, wo wir so ein hübsches Utensil herbekommen könnten, hat sie uns das begehrte Objekt kurzerhand geschenkt. Sicherlich mag man bei einem Zuckerstreuer eher an den Frühstückstisch denken, da in unserer Kindheit aber auch oft Tee zum Abendbrot getrunken wurde (und zum Schweizer Nachtmahl „Café complet“ natürlich Kaffee gehört) ist dieser Ovomaltine-Artikel selbstredend ein nötiges Abendbrot-Utensil!“

SCHÄLCHEN-SET

Seit unserer Hochzeit, die schon weit vor unseren Tagen als Abendbrotforscher liegt, dürfen wir dieses Schälchen-Set mit dazugehörigem Tablett unser Eigen nennen. Ein Freund – stetiger Quell schöner, gestriger Geschenke für Küche oder Bücherregal – hat uns dieses Prachtexemplar der Servierkunst vermacht. Seitdem benutzen wir die Schälchen für allerlei Gürkchen-Kleinkram und freuen uns stets an den kleinen Stillleben, die nach dem Verzehr des Inhalts zum Vorschein kommen.“

EIERSCHNEIDER

Dieser Eierschneider ist eine neue, eher zufällige Errungenschaft. Erstanden haben wir ihn in Frankfurt bei einer kleinen Flohmarkt-Aktion des Cafés im Kunstverein, das an diesem Tag schloss und Teile seines Kücheninventars veräußerte. Praktisch ist die Zwei-in-eins-Funktion dieses handlichen Küchengeräts: es kann Eier vierteln aber auch die bekannten Scheibchen schneiden.

MOZZARELLA-SCHNEIDER

Diesen Mozzarella-Schneider haben wir irrtümlich für einen etwas großgeratenen Eierschneider gehalten, wurden aber flugs eines Besseren belehrt. Er stammt aus derselben Quelle wir der oben genannte Schneider. Bisher kamen wir beim Mozzarella-zerlegen immer gut mit einem Messer aus. Auf seine Funktionalität wird er nun zu prüfen sein.

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Umfrage – Antworten

14. Januar 2011 - 14:31 Uhr

FELDFORSCHUNG ABENDBROT bedankt sich bei allen, die auf unsere Umfrage zum KNUST geantwortet haben!

Zahlreiche Antworten von nah und fern gingen ein – allesamt wunderbare regionale Wortschöpfungen zum Anschnitt des Brotes.

Hier möchten wir erst einmal die häufigsten Nennungen versammeln:

Vielen Dank auch für den mehrmals eingegangenen Hinweis auf den Artikel von Bastian Sick, der eine sehr umfassende Wortsammlung zum Randstück des Brotes im deutschsprachigen Raum zusammengestellt hat.

Aus unserer Umfrage möchten wir einige der zugesandten KNUST-Botschaften hier versammeln, da sie neben den liebe- und klangvollen Worten auch weiterführende Anmerkungen enthalten oder Kindheitserinnerungen und Familienrituale schildern.

„Mir bekannt: Knörzchen (Marburg), Kanten (Norddeutschland), Rest (Familie).“  (M.F.)

„Zum Knust. Es gibt ihn je Brot zweimal. Ja? Am Anfang und am Ende. Und sagt man nun “der Knust vom, beim, oder am Brot oder der Knust des Brotes”?
Als ich Kind war (1944 bis 1962), sagten wir zuhause zum Knust “Knäppchen”.
Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen, meine Mutter stammte aus Duisburg aus einer Bäckerei, die meiner Großmutter damals gehörte. Ob der Begriff vielleicht von den Bergleuten den “Knappen” stammt? Und das kleine End-/ Anfangsstück also für den Jüngsten – das Knappen-Knäppchen war? Wir fünf Geschwister haben uns meistens um das “Knäppchen” geschlagen. Man reservierte es sich, indem man lauthals seinen Anspruch kundtat: “Heute bekomme ich das Knäppchen! Gestern hast du es gehabt.” Wer keinen Erfolg damit hatte, wurde von den Eltern auf das Brotende – auch ein “Knäppchen” vertröstet. Das schmeckte aber lange nicht so gut, weil trockener… Heute sagen wir hier in Hannover “Willst Du das Anfangsstück?”. Ich mag den Knust nicht mehr so gerne essen und auch als Wort nicht. Sowas kann ich kaum runterschlucken. Das “Knäppchen” von damals war konkurrenzlos besser und schmeckte himmlisch, wenn ich es erobert hatte.“  (R.D.-B.)

„Des Scherzl is vom Brotloab. Der Bayer, und ich spreche da für das niederbayrische Idiom, sagt Scherzl. Die Schreibweise kann subdialektal davon abweichen. Gerne wird das eigentliche Scherzl oder auch Scherzal zu Scherzerl transkribiert. Davon rate ich ab, denn es gemahnt zu sehr an den Scherz des hochsprachlichen Deutsch hannoveranischer Herkunft. Dabei – ganz im Gegensatz zu der den Bayern unterstellten Engstirnigkeit – ist das Scherzl polyglotten Ursprungs und insofern ethymologsich dem Italienischen entlehnt, wo die Rinde scorza heißt. Scherzl ist aber nicht auf das Brot alleine beschränkt, sondern wird für jedwedes Endstück verwendet von Nahrungsmitteln, die brotlaibähnliche Form haben: Leberkäse und Käse wären Beispiele dafür; nur vom Gurknscherzl habe ich noch nichts gehört, doch ist die Gurke nur eine Spielart der Wurst und daher im strengen Sinne kein Laib. Das Scherzl ist übrigens im Falle des Brotes von der Reschn umgeben, weil ein frisches Brot sowieso immer resch zu sein hat, was knusprig meint. Die Reschn ist jetzt allerdings nicht als ein “Knupser” zu übersetzen. Sie entspricht im hochsprachlichen Deutsch hannoveranischer Herkunft der Rinde. Manchmal kommt es vor, dass ein Bayer, bevor er das Scherzl abschneidet (was – selbstredend – nur möglich ist beim Anschnitt des Brotlaibes), den Bu(u)zn vom Apfel wegwirft und noch schnell die Noagal aus den Gläsern trinkt“.  (H.P.)

„Da habt ihr Euch ja ein schönes Thema gesetzt und selbstverständlich gibt es unzählige Schweizer Wörter dafür. Für mich gebräuchlich sind Gupf oder Ahöilig - weiß jetzt nicht mehr, welcher Ausdruck aus welchem Dialekt stammt, aber das könnte ich sicher auch noch eruieren, wenn ihr das benötigt.“   (J. Sch.)

Käntchen heißt das in meiner Familie. Meine bisher nicht besonders ehrgeizig betriebene Forschung hat im Gedächtnis hinterlassen: Lachkruste & Weinkruste.“  (G.H.)

„Bei uns hieß und heißt das Brotende Mo. Ansonsten sagt meine liebste Annette hieß das Ding in Ihrer Familie Knies.“   (F. Sch.)

„Das heißbegehrte Stück Brot, um das in unserem 7-Personen-Haushalt immer ausgiebigst gestritten wurde, hieß bei uns, einer sogenannten Schlammbeiser-Familie – väterlicherseits – aus Gießen KNÜSTCHEN, mit einem laaaang gesprochenen ÜÜÜÜÜÜ. Und da der frische Laib immer abends angeschnitten wurde (das Brot wurde am Nachmittag aus der Bäckerei geholt) gehört das begehrte Stück für mich zum Brotanfang und damit zum Abendbrot. Wenn der Laib beinahe aufgegessen war, war das End-Stück nicht mehr so begehrt, da schon nicht mehr so knusprig.  Knüstchen – das war der Inbegriff frischen, knusprigen Brotes zum Abendessen und schmeckte besonders gut einfach mit frischer Butter oder, wie meine Oma es bevorzugte, mit hausgemachter hessischer Mettwurst.“  (A.E.)

Knäußchen! Ich weiß aber nicht, ob dieser Ausdruck meiner badisch-bayrisch Großmutter, meinem hessen-nassauisch – badischen Vater oder meiner rheinisch-westfälischen Mutter entstammt. Lasst es Euch schmecken – wenn das Knäußchen zu hart ist, dann bitte einstippen.“    (R.B.)

„Hmm, was fällt da ein? Stumpen, Kniepe, Eckchen, Stummel, Kanten oder einfach: das Ende. Ich sage eigentlich nichts mehr zum Brotende, weil die meisten (eigentlich alle) zu hochnäsig waren, mir zu antworten.“  (U.B.)

„…und zweitens möchte ich Euch mitteilen: Das Brotende heißt natürlich Krüstchen – wie kann denn jemand anderes etwas anderes dazu sagen. Ich bin übrigens in Gießen groß geworden. Da mein Vater aus Schlesien kam, ist mir auch noch der dortige Begriff Krumka vage in Erinnerung geblieben.“   (Ch. B.-I.)

„Ich bin Österreicherin, und bei mir zu Hause in Niederösterreich hieß das, was ihr meint: Scherzl. Scherzl würde ich übrigens auch den Teil der Fingerkuppe nennen, den man sich versehentlich beim Brotabschneiden wegsäbeln kann.“  (T.E.)

„…ja, Knust, Abendbrot  -  in Hamburg … und zurückgefragt: schmeißt Ihr den Knust weg, macht Semmelknödel, gebt ihn den Hühnern, malträtiert Eure Zähne oder macht Kunst daraus?“   (D.E.)

„Das Ende (oder der Anfang) vom Brot heißt in Hessen freilich KRÜSTCHEN. Teites Eltern sagen KNUST und Oma Hannelore KNERZ (oder wenn ganz klein) KNERZCHEN. KNUST (das fällt mir gerade erst auf) ist ja fast wie KUNST…“.  (M.L.)

„Das ist doch das Gleiche, wie bei der WURST! Anfang und Ende sehen bei vielen Dinge(r)n eigentlich gleich aus, sind aber niemals das Gleiche. Auch oben und unten stehen Kopf, wenn man(n) auf dem Kopf steht! Nun zur KNUST(Kunst): das Endstück ist nur selten knusprig! (Nämlich nur, wenn man(n)s ganze Brot gleich isst – andernfalls ist nur der Anschnitt knusprig und das Endstück wird zäh und labbrig! In Steinbach heißt das übrigens: Kreässtsche (wohl von: Kruste/Krüstchen).“    (R.B.)

Knäppchen hieß das im Ruhrgebiet. Nicht zu verwechseln mit Knappen. Knappen sind Bergleute. Schalke 09 lässt den Begriff weiterleben und nennt seine Stadions- Essens und Getränkekarte eine Knappenkarte“.  (A.L.)

„Bei uns heißt das Aahau (“Anhau”) …  im Dialekt meiner Frau heißt das fragliche Objekt übrigens Muger!“  (M. B.)

„Interessante Forschungsfrage, auf das Ergebnis bin ich gespannt. Wo ich herkomme, in Norddeutschland, sagt man Knust dazu. Ich hatte mal eine schwäbische Freundin, die sagte das Scherzerl. Hanna sagt, das hebräische Wort dafür – NESCHIKA – bedeutet übersetzt Kuss.“  (F.G.)

„Bei uns zu Hause in Hirschberg an der Saale, südlichstes Thüringen in der Nachbarschaft zum Vogtland, hieß der Brotkanten Remftel wobei ich zwei Dinge in der Erinnerung nicht mehr genau sagen kann:

1. Ob sich das Wort nur mit “mf” schreiben würde – ich habe es nie geschrieben gesehen! – oder mit “mpf”. Nach der hörbaren Aussprache war es wohl eher ohne “p”, also Remftel.

2. Ich weiß auch nicht sicher, ob das nur ein auf unsere Familie beschränkter Ausdruck war (meine beide Eltern stammten aus Gera in Thüringen) oder ob der essbare Gegenstand im ganzen Ort und sogar im näheren Umland so hieß. Ich würde aus der Erinnerung dahin tendieren, dass das mehr als nur ein hauseigener Familienausdruck war.“  (R.K.)

„Noch eine Anmerkung zu den Brotenden, die ja bei uns daheim Scheazal heißen.
Es gab beim Essen ein paar Dinge, die immer besonders lecker und damit unter uns Geschwistern begehrt waren, das Salatherz des Kopfsalats zum Beispiel, das sogenannte “Heazal”. Am frischen Brot war die Rinde viel leckerer als der “Molln”, also das Brotinnere. Und noch besser war es, den “Molln” zu einem Knödel zu formen, schnell und in einem Stück in den Mund zu stecken und dann die knusprige Rinde langsam und genüsslich in frische Milch zu tunken und dann die köstliche Verbindung von knackiger Rinde und sämiger Milch zu genießen. Als das Allerbeste galt jedoch das “Scheazal”, der erste Brotanschnitt – der bestand ja auch hauptsächlich aus Rinde. Und das war, genauso wie das “Heazal” immer der Mama vorbehalten, vielleicht auch, damit wir uns nicht darum streiten…. Das Brotende einen oder zwei Tage später jedoch war weniger begehrt – da war das Brot ja auch schon hart und alt. Ich glaube fast, diese positive und verheißungsvolle Bezeichnung “Scheazal” für den duftenden, teilweise noch warmen Anschnitt, wurde dann dafür nicht verwendet, und wenn, dann nur ungern“.   (M. W.)

„Im schwäbischen Süden heißt der Knust eher Gnäusle, im bayrischen Süden Kantn, Ronks oder Rönksken gibts auch, aber woher das kommt, weiß ich nicht (Schlesien?). Na, in jedem Fall lassen wir den Knust eh liegen, essen nur die schönen Scheiben des Brotes und lassen uns die Butter nicht vom Brot stehlen…“  (J.SCH.)

„Ich komme ursprünglich aus dem Saarland. Dort heißt das Brotende / der Brotanschnitt : Knies-chen, (vereinzelt auch Kneis-chen) und Kurscht (ich nehme an von Kruste).“  (S.J.)

„In der Gießener Allgemeinen las ich heute beim Frühstück Ihren Artikel Auf der Spur von Krüstchen und Knust. Ich (84) bin in Breslau geboren und lebe seit Kriegsende in Grünberg. Bei uns nannte man das Ende oder den Anschnitt Kanten. Besonders beliebt war der Kanten vom frischen Brot. (H.R.)

„Hallo. Wir stammen aus Sachsen und dort ist das Brotende ein Renftl oder Rempftel, der Rungsen ist nur eine dicke Scheibe Brot, die Bemme oder Schnitte bezeichnet eine normal dicke Brotscheibe.“ (H.Sch.)

„Interessiert habe ich Ihren Artikel in der Allgemeinen Zeitung gelesen. Sie fragten nach weiteren hessischen Namen für das Endstück des Brotes: Wir haben als Kinder Knatzel dazu gesagt.“ (U.D.)

„Also, bei uns heißt das Teil Gnärzla oder Gnäirdsla – wie auch immer man so was schreiben soll. Und ob es deutsch, fränkisch oder weidingerisch ist, wissen die Götter.“ (U.W.)

„Hallo, im sudetendeutschen Sprachraum: Knabele, das “le” ist ein Diminuitiv, vermutlich kommt die Bezeichnung von “knabbern”. Aus Österreich ist mir Scherzerl bekannt. (Georg Kreisler: Tauben vergiften im Park: “Nimms Scherzerl, das fressens so gern…”). (O.SCH.)

„In meiner Heimatstadt Kassel war der Brotanschnitt das Knüstchen, später in Sachsen lernte ich das Wort Knust (kurzes “u”) kennen und noch ein paar Jahre später in Südwürttemberg das Knäusle, bzw. Kneusle, Gneisle, Kneusli und das alemannische Knissli. Mein westfälischer Schwiegersohn nennt den Brotanschnitt Kanten“.  (I.K.)

„Da wo ich herkomme, heißt das Brotende Gnäarbl. Sprachlich ist das wohl niederalemannisch, stofflich aus Weizen und familienhistorisch zu Zeiten heiß umkämpft.“ (E.W.)

„Also bei mir zuhause (das ist in der Nähe von Heidelberg, da wird kurpfälzisch gesprochen – so wie Boris Becker früher gesprochen hatte), da heißt das Brotende  ´s Knärzl“. (B.G.B.)

„Sehr geehrte Abendbrotforscher, in meinem Heimatdorf sagte man zum Anschnitt Kniest. Das Heimatdorf ist Ellar im Westerwald. Wenn also einer den Anschnitt haben wollte, sagte er folgenden Satz: Ge ma mol doat Kniestche (gib mir mal das Krüstchen). Mit der Verkleinerungsform wollte er seine Großfresserei dann auf ein erträgliches Maß sprachlich zurückschrauben. Für uns Kinder war der Kniest angenehm, wenn wir vom Bäcker das Brot geholt haben, wir haben am Kniest immer herum gepult und uns die besonders krustigen Stellen mit Wonne in den Mund geschoben. Ellar liegt gleich Richtung Limburg rechts ab, Richtung Mengerskirchen hinter Fussingen. Es ist noch heute eine Insel wohllautender Dialektsprache.“ (F.H.)

„Zum Kreis Gießen: während in Gießen das hochdeutsche ü (kn-,kr-üstchen) und in der Abwandlung von Steinbach ein (Kreässtsche) verwendet wird, möchte ich noch die Version von Garbenteich hinzufügen: Krirstche - ir ist ein besonderes nasales i. In Garbenteich ist meine Mutter geboren und ich bin dort aufgewachsen. Halt  – Mama sagt: Kresstche. So heißt das Brotende in Garbenteich. aus ir wird es.“ (Ch. S.)

„Gern beteilige ich mich an dieser fundamentalen Feldforschung und habe – neben dem schon bekannten Knust – den Kanten beizutragen. Ich bin dann noch selber ins ‚Feld‘ gegangen, sprich: ich haben meine Schwiegereltern gefragt, und bin dabei auf den oder die Kniffe gestoßen, bei der aber nicht ganz klar ist, ob es sich dabei nicht auch um eine gewöhnliche Scheibe Brot aus der Mitte des Brotlaibs handelt!“ (H.G.)

„Im Raum Krofdorf / Gießen heißt der Brotanfang Owänner. Das Brotende nennt man Krestche.“ (W.E.L.)

„Unser ehemaliges Gastkind aus Guatemala hat uns beigebracht, dass das Endstück des Brotes Suegra auf spanisch heißt, und das ist das gleiche Wort wie Schwiegermutter. Kapiert? Also die Übersetzung von Schwiegermutter und Brotende heißt Suegra (ich hab‘s mal so geschrieben, wie ich es ausspreche). Seitdem nennen wir das Brotende Suegra, weil wir das so lustig finden.“ (W. u. B. B.)

„Meine aus Schlesien stammende Schwiegermutter nennt den Kanten Ränftel (vielleicht auch Renftel?).“  (R.L.)

„Varianten für das Brotende: meine Großmutti aus der Schweiz sagt Mürgu. Tante Eva aus Wien sagt: Scherzl. Anne aus der Oberlausitz sagt: 1. Backe, 2. Kanten, 3. Kromitzka (sorbisch – so sagte ihre Oma, sagt Anne).“  (T.S.)

„Wie ich Eurem Schreiben entnehmen kann, ist Abendbrot immer noch ein Thema für Euch. Sehr konsequent! Helmut und ich haben gerade unser Sonntag-Abendbrot zu uns genommen und uns dabei ein Knäppchen geteilt. Das ist für uns die Bezeichnung für das Ende bzw. den Anfang eines Brotes. Möglicherweise ist das eine Bezeichnung aus dem Sauerland, da wir beide gebürtig von dort kommen und den Ausdruck auch schon in unserer Kindheit gebraucht haben.“ (A.F.)

„Liebe Leute, in meiner Familie (stammt aus Reutlingen/Eningen; Großraum Stuttgart) hieß das erste/letzte Stückchen vom Brot Riebele - ich glaube, diese Variante ist noch nicht in der Sammlung?“ (C.H.)

„Hier in Westfalen nennt man den Brotanschnitt Knuf oder auch Knust. Meine Freundin Anne, die aus Beckum stammt, spricht vom Knäppchen.

Meine Großmutter, die aus der Pfalz stammt, sprach vom Knäußchen, meine Mutter vom Knortzen oder auch vom Knörtzel, was sich ethymologisch sicher von dem Wort Knorren herleitet. Ich bin in Oberschwaben aufgewachsen. Dort war der Brotanschnitt der Riebel oder auch das Riebele. Selten sprach man auch vom Kanten, ein Wort, das aus dem nahen Bayern kam und eher eine dicke Scheibe Brot bedeutete, die man z.B. mit zur Arbeit nahm. Der Riebel hatte in meiner Kindheit, also in den Kriegs- und Nachkriegszeit, hohen Stellenwert. So manchen heißen Kampf um ihn habe ich damals mit meinen drei Geschwistern ausgefochten. Manchmal, wenn ich zum Bäcker geschickt wurde, habe ich auf dem Weg nach Hause den Riebel abgerissen und genüsslich verzehrt. Die Reaktion meiner Geschwister war nicht positiv. Ein Kindheitstraum war, einmal einen Riebel Brot, ohne Lebensmittelmarken gekauft, dick mit Butter beschmiert, genüsslich verzehren zu dürfen. Wenn ich das heute meinen Enkelkindern erzähle, erfahre ich nur Unverständnis und Desinteresse. So ändern sich die Zeiten. Übrigens: in Oberschwaben nennt man den Kopf auch Riebel.“ (P.H.)

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ABENDBROTMUSEUM

9. Januar 2011 - 12:47 Uhr

Das Abendbrotmuseum versammelt Gegenstände und Fotografien von Dingen, an denen Abendbroterinnerungen haften. Erinnerungen an den gedeckten Tisch aus Kindertagen, an Abendbrote bei den Großeltern, Picknickbrot-Situationen, WG-Abendessen oder Abendbrote aus der jüngsten Vergangenheit – mit den eigenen Kindern, dem Partner, Freunden oder alleine.

Gibt es noch das Lieblingsbrettchen? Welcher Gegenstand hat sich herübergerettet aus der Zeit, als sich noch alle Familienmitglieder pünktlich um 18 Uhr um den gedeckten Tisch versammelt haben. Oder welches Messer, welchen Teller oder Salzstreuer benutzt man heute am liebsten?

ABENDBROTBRETTCHEN

Dieses wunderbare Abendbrotbrett haben wir Abendbrotforscher vor einigen Jahren im Ensemble mit vier weiteren auf einem der besten mittelhessischen Flohmärkte erstanden. Damals waren wir noch keine Abendbrotforscher, hatten aber schon viel Spaß am Abendessen und gestrigem Geschirr. Wenn Zeit und Lust dem gedeckten Tisch gegenüber dem Butterbrote-Teller den Vorrang geben, sind diese Deluxe-Brettchen mit Bild- und Schneidefläche unsere liebsten.

I.G.

GÄBELCHEN

„Diese Gäbelchen erinnern mich an die – aufgrund der großen Entfernung  – nicht häufigen Abendbrote bei meiner Oma. Genau diese durften auf ihrem Abendbrottisch nicht fehlen, um den Wurstaufschnitt fettfingerfrei auf das Schwarz- oder Knäckebrot zu bugsieren oder um die obligatorischen sauren Gürkchen aufzuspießen. Denke ich an ihren Abendbrottisch, dann fällt mir auch die rechteckige, durchsichtige Stapelbox aus Plastik ein, in der Aufschnitt und Käse etagenweise im Kühlschrank gelagert wurde, um dann ihren Platz im praktischen Mehrstöcker auf dem Abendbrottisch zu finden.“

I.G.

EIERTRAGE

„Dieser Behälter für hartgekochte Eier begleitete uns in den späten 50er-Jahren bis Anfang der 70er-Jahre immer und überall hin, wenn wir einen Sonntagsausflug mit Opel oder Taunus machten, oder die weite Reise bis hin zur Ostsee auf die Insel Fehmarn antraten. Der Besuch eines Restaurants war damals nicht üblich und für meine Eltern mit ihren vier Kindern unerschwinglich. Ich erinnere mich mal an einem Bratwurststand und sogar im Wiener Wald gewesen zu sein. In der Regel gab es aber leckere Butterbrote, zwei hart gekochte Eier, Tee und Äpfel“.

F.J.

SENFSPENDER

„Dieser Senfspender (man beachte: von TUPPER!) wurde im Frühjahr 1969 für den ersten Campingurlaub im Ausland angeschafft. Es ging in den Sommerferien nach Frankreich, nach Lou Soleil am Mittelmeer. Die Familienkutsche (Ford Taunus 20MTS) war neben den Eltern im vorderen Bereich und vier Mädchen auf der Rückbank bis unter und auch über dem Dach bepackt. Es war mein erster Camping- und auch mein erster Auslandsurlaub. Auf alle Fälle war es mein schönster Familienurlaub. Ein Abendbrot ohne Senfspender?! Geht das??!“

F.J.

NUTELLA-BRETTCHEN

„Dieses Nutella-Brettchen begleitet mich seit meiner Kindheit in den frühen 70er-Jahren. Ob meine Mutter es zusammen mit einem Nutella-Glas eingekauft, oder mein Vater, der im Handel tätig war, es als Werbegeschenk mit nach Hause gebracht hat, weiß ich nicht mehr. In die ovale Einkerbung des Brettchens hat auf jeden Fall ein kleines Nutella-Glas hineingepasst. Noch heute benutze ich es leidenschaftlich gerne – nicht nur zum Frühstück, sondern auch zum Aufschneiden von Wurst oder eben zum Abendbrot.“

J.W.

MITROPA-TELLER

Diesen ovalen Mitropa-Teller haben die Abendbrotforscher bei ihrem Projektaufenthalt im Rahmen von GrensWerte in Bad Bentheim erstanden. Dort hatten wir unser Basislager und haben in diesem beschaulichen (um nicht zu sagen: totlangweiligen) Kurort einen wunderbaren Trödelladen entdeckt. Dort gab es Unglaubliches zu sehr erschwinglichen Preisen, u.a. diesen Teller, der sicherlich einiges von seinen Bahnreisen berichten könnte. Bestimmt kommt ein kleines Angebot an Aufschnitt ausnehmend gut auf ihm zur Geltung.

KÄSE-IGEL

Grasoli HAPPY heißt dieser schmucke, noch original verpackte Käse-Igel, der uns aus einer Haushaltauflösung in Kassel für unser Archiv übergeben wurde. Er scheint kaum benutzt und wartet nun auf seinen Einsatz auf einem unserer Abendbrottische. Wir danken Harald Sch. für diese Gabe!

MAX & MORITZ

Max & Moritz stehen für den Abendbrottisch meiner Kindheit. Ich fand diesen Klassiker des Würzwerkzeugs von Wagenfeld schon als Kind wunderbar in seiner einfachen aber klaren Formensprache. Dieses Streuer-Set ist leider nicht das Original meiner Kindertage, sondern wurde aus nostalgischen Gründen (antiquarisch) neu erworben.“

I.G.

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Umfrage

3. Januar 2011 - 15:17 Uhr

Antworten bitte an:

E-Mail: mail@abendbrotforschung.net

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Leberwurst

30. Dezember 2010 - 15:43 Uhr

Abendbrot ohne Leberwurst? Diese ist aus einer Hausschlachtung im Fränkischen Jobstgreuth.

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Brotklompen auf dem Butterweg

18. September 2010 - 12:17 Uhr

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Diepenheim – GrensWerte

18. September 2010 - 11:28 Uhr

Diepenheim, 14.09.2010

Bei heftigem Dauerregen brechen wir erneut in die Niederlande in die kleine Gemeinde Diepenheim auf. Vor Ort begrüßt uns zwar eine sehr gepflegte und sichtbar von Kunst geprägte Gemeinde. Das Wetter meint es jedoch nicht gut mit uns. Immer noch ist es regnerisch und ein scharfer Wind fegt die Straßen menschenleer. Da wir in Diepenheim keinen vorher festgelegten Ort für unsere Intervention haben, fahren wir eine ganze Weile durch die Ortschaft – auf der Suche nach einem halbwegs belebten Ort.

Fehlanzeige. Kaum jemand ist auf der Straße, nur hier und da hat ein Hund seinen Menschen auf die Straße gezogen, der nun schnellen Schrittes mit hoch gezogener Kapuze den unumgänglichen Gassi-Gang verrichtet. Auch der zentrale Platz steht nur voller Pfützen. Wir stellen fest: Niemand da, dem man ein Butterbrot anbieten könnte.

Nach erster Ratlosigkeit kommen wir zu dem Entschluss, dass die Abendbrotforschung heute aufsuchend tätig werden muss. Wir fahren weiter durch den Ort auf der Suche nach Menschen, vorbei an den vielen hübsch geputzten Einfamilienhäusern. Durch die großzügigen, gardinenfreien holländischen Fenster sieht man einige Familie bei Abendbrotvorbereitungen – es wird geschnippelt und gekocht.

Unsere Brote bleiben heute dagegen eingepackt. Aber Plan B sagt: wir bringen unsere Brotbrotboxen direkt zu den Holländern. Wie ehemals der Milchmann fahren wir unsere „boterham trommeltjes“ aus. Gut, dass wir sie vorher mit niederländischer Gebrauchsanweisung versehen haben. Nicht flächendeckend doch hier und dort setzen wir unsere Feldforschungsbox vor den Haustüren der Diepenheimer aus. Manch einer schaut erstaunt aus dem Fenster und belächelt das eigenwillige deutsche Wohnwagengespann nebst Lieferservice.

Nach der feuchten Verteilaktion fahren die Abendbrotforscher nach Deutschland zurück, gespannt welcher Resonanz demnächst aus Diepenheim kommt…

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Bad Bentheim – GrensWerte

18. September 2010 - 11:27 Uhr

Bad Bentheim, 13.09.2010

Wir sind wieder auf die deutsche Seite der Grenzregion zurückgekehrt. Auch im niedersächsischen Bad Bentheim lässt sich die Abendbrotforschung auf dem zentralen Platz vor dem Rathaus mit ihrer mobilen Einheit für die Abendstunden nieder. Pünktlich um 18 Uhr sind wir fertig mit dem Aufbau und erwarten Brote schmierend unsere potentiellen Gäste.

Um uns herum schlendern vorwiegend ältere Urlauber über den Platz – unter ihnen viele Holländer. Ihr Ziel ist zumeist das zentral am Platz gelegene Hotel Grossfeld. Uns kommen oft holländische Satzfetzen zu Ohren, aus denen hervorgeht, dass die erstaunten Flaneure versuchen unsere Mobilaufschrift zu enträtseln. Aber nur wenige folgen ihrer Neugier nachfragend  und lassen sich dann von uns kurz in Gespräche verwickeln.

Nachdem er uns wohl eine ganze Weile von seinem Arbeitszimmerfenster aus dem Rathaus beobachtet hat, macht auch der Bürgermeister von Bad Bentheim, Herr Dr. Volker Pannen, auf dem Nachhauseweg mit dem für die hiesige Region obligatorischen Fahrrad vor unserem Mobil halt. „Das sieht ja putzig aus! Was hat es denn damit auf sich?“ Wir klären ihn auf und bitten auch gleich um Teilnahme, indem wir ihm unsere Butterbrotbox in die Hand drücken.

Ansonsten sind es vor allem die Jugendlichen von Bad Bentheim, die keine Scheu zeigen. Lange sind wir von einer ganzen Gruppe umringt, die neugierig nachfragt und bereitwillig erzählt. Wir sitzen mit ihnen zusammen und tauschen unsere Brote gegen ihre Erzählungen. Einige notieren eifrig, was ihnen zu ihren individuellen Abendbroten einfällt. Ein gemeinsames Abendbrot im Kreis der Familie findet für sie allerdings nur noch in Ausnahmen statt (s. „Abendbrotnotizen“). Wir sind auf jeden Fall gespannt, wieviele von den versprochenen Abendbrotfotos tatsächlich bei uns landen!

Nach den Jugendlichen folgt eine Gruppe von Kindern – in Ermangelung anderer Attraktionen sehr an unserem Mobil interessiert. Und äußerst hungrig. Mit dem Dunkelwerden geht für uns ein sehr lebendiger Abendbrot-Abend zu Ende.

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Abendbrotkommentare aus Dinxperlo, Coevorden und Bad Bentheim

18. September 2010 - 11:26 Uhr

„Einmal war ich hier in der Gegend zum Abendbrot eingeladen. Dort habe ich ein merkwürdiges Teeritual kennengelernt: Mit einem Teebeutel wurde eine Tasse Tee aufgegossen, dann eine zweite, eine dritte und weitere. Schließlich wurde dieser Teebeutel in die Kanne gehängt und nochmals aufgegossen… Das sind sparsame Menschen hier.“

„Wir sind eine gemischte Familie hier in Dinxperlo: deutsch-holländisch. Das klassische, deutsche Abendbrot spielt bei uns eine große Rolle. Es gibt Brot und verschiedene Beläge. Von der holländischen Familie haben wir das Milchtrinken übernommen. Die Niederländer trinken die Milch ja mittags zu den Brötchen. Bei uns darf sie abends zum Brot nicht fehlen. Manchmal essen wir aber abends auch warm, wie es üblich ist hier.“

„Das deutsche dunkle Brot ist uns zu hart und zu trocken. Wir mögen das Brot gerne weicher.“

„Hier (im Abendbrotmobil) riecht es wie früher bei meiner Großmutter zum Abendbrot – nach gutem deutschen Sauerteigbrot.“

„Wir haben eine ganze Zeit in den Niederlanden gelebt und unsere Essgewohnheiten den holländischen angepasst. Mittags gab es also „broodje“. Nun leben wir wieder auf der deutschen Seite der Grenze und essen abends kalt. Das hat aber auch damit zu tun, dass wir nun Kinder und einen klarer strukturierten Tag haben. Mittags koche ich für die Kinder, abends essen wir alle gemeinsam Abendbrot.“

„Hier in Dinxperlo gibt es noch die PAPKLOK, die um 21 Uhr läutenden Kirchenglocken. Früher war dies das Zeichen für die Bauern, nach Hause zu kommen, um den PAP zu essen. Pap ist ein Brei aus Grießmehl oder Haferflocken. Danach war der Arbeitstag beendet und man ging zu Bett. Heute isst kaum jemand mehr abends Pap. Aber die Papklok läutet hier immer noch um 21 Uhr.“

„Mein Vater lebt hier in den Niederlanden in einem Altersheim. Dort können die Bewohner wählen, wann sie ihre warme Mahlzeit einnehmen wollen – ob mittags oder abends. Die meisten essen zu Mittag warm, obwohl sie das früher traditionell nicht gemacht haben.“

„Ich komme zu spät nach Hause, um Abendbrot zu essen.“

„Ich habe eine deutsche Mutter – von daher kenne ich das deutsche Abendbrot. Hier essen ja sonst alle abends warm. Ich mag deutsches Essen sehr – besonders Eisbein und Haxe. In Deutschland schmeckt mir auch die Wurst besser. Mett ist besonders gut, das gibt es hier in Holland nicht. Aber das deutsche Brot mag ich nicht. Das ist mir zu hart. Da bin ich einfach das weiche holländische Brot gewöhnt.“

„Ja, natürlich essen wir  Abendbrot. Aber mittags. Naja, Mittagsbrot müsste es dann wohl heißen… Dazu gibt es immer ein Glas Milch. Abends wird natürlich warm gegessen.“

„Danke für das leckere Abendbrot. Das Brot war allerdings ein bisschen fest.“

„Früher haben wir abends warm gegessen. Seit ich in Rente bin, hat sich das verändert. Nun kochen wir mittags und essen abends Brot. Jetzt haben wir einfach viel mehr Zeit, um in Ruhe mittags zu kochen. Außerdem finde ich es so viel gesünder. Das warme Essen am Abend ist mir oft zu schwer gewesen.“

„Wir essen abends nicht zusammen. Bei uns macht sich jeder irgendwas zu essen, je nachdem wann die Familienmitglieder nach Hause kommen.“

„Früher, als ich klein war, gab es ganz feste Abendbrotzeiten. Wenn meine Oma dabei war, wurde vor dem Essen gebetet. Heute gibt es keine festen Zeiten mehr. Wir essen auch kaum mehr zusammen.“

„Ich erinnere mich an das Abendessen bei meiner holländischen Großmutter. Da gab es vor dreißig Jahren abends schon immer warmes Essen. Besonders toll fand ich das Apfelmus, dass es zu fast jeder Mahlzeit direkt mit auf den Teller gab. Und Silberzwiebeln durften auch als Beilage nicht fehlen. Diese süß-saure Mischung fand ich sehr lecker.“

„Mein Lieblingsabendessen ist Brot mit Tomate. Wurst aus Schwein darf ich nicht essen.“

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Coevorden – GrensWerte

18. September 2010 - 11:25 Uhr

Coevorden, 11.09.2010

Nach der Auftaktveranstaltung in Dinxperlo machen wir heute unseren ersten Ausflug über die niederländische Grenze. Ein weitläufiger Marktplatz und mildes Spätsommerwetter laden die Abendbrotforscher zum Verweilen mitten im Zentrum von Coevorden ein. Um 17.30 Uhr fahren wir mit unserem mobilen Abendbrotimbiss auf dem Marktplatz der beschaulichen Grenzstadt ein – neugierig beäugt von den Gästen der umliegenden Kneipen und Eiscafés.

Die Abendbrotforschung wird zum Bühnenstück: wir mitten auf dem Platz, das amüsierte Publikum in den gastronomischen Besucherrängen um uns herum. Wir bauen in der Abendsonne auf, richten unser Mobil ein und schmieren Brote  – mit deutschem Sauerteigbrot und verschiedenen Belägen. Rechts und links flitzen die radelnden Holländer vorbei – alleine, zu zweit und in größeren Gruppen – ganz Coevorden scheint sich auf’s Rad geschwungen zu haben. Erstaunte Blicke, hier und dort ein Lachen, verstohlenes Getuschel – aber man radelt weiter.

Nur vereinzelt trauen sich die Coevordener an unsere Brot-Ausgabelucke heran. Es sind vor allem die Gäste aus den umliegenden Lokalen, die sich aus Neugier und nach einer ganzen Weile des Beobachtens und Mutmaßens zu uns trauen, um zu fragen, was es mit unserer Aktion auf sich hat. So bringen wir doch noch Häppchen unter die Leute und kommen über deutsche und niederländische Abendbrotgewohnheiten ins Gespräch (Details dazu unter „Abendbrotnotizen“).

Was wir wiederholt zu hören bekommen: das deutsche Brot ist den Holländern zu trocken, zu hart! Unsere geschmierten Häppchen kommen zwar gut an – besonders die importierte „ahle Worscht“ – aber auch hier heißt es auf Nachfragen: „Ja, das war lecker, aber das Brot war schon ein bisschen fest. Wir sind weicheres Brot gewöhnt.“ Nun gut.

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Dinxperlo – GrensWerte

18. September 2010 - 11:25 Uhr

Dinxperlo, 10.09.2010

Kunstkirmes in Dinxperlo, einer kleinen niederländischen Gemeinde, die zu Aalten gehört und sich unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze befindet. FELDFORSCHUNG ABENBROT findet sich dort um die Mittagszeit mit einigen weiteren Wohnwägen und mobilen Kunsteinheiten aus Deutschland und den Niederlanden ein. Unmittelbar angrenzend an den gerade stattfinden Dinxperloer Wochenmarkt sammeln sich die Künstlermobile zu einer platzfüllenden Wagenburg an. Mit der Kunstkirmes startet GrensWerte sein Passagen-Projekt, das die mobilen Kunsteinheiten auf unterschiedliche Reisen rechts und links der deutsch-niederländischen Grenze schickt. Für uns ist Dinxperlo der Start einer kleinen fortführenden Forschungsetappe, die uns in den nächsten Tagen in zwei weitere niederländische und eine deutsche Gemeinde schicken wird.

Pünktlich zur Abendbrotzeit klappen wir die Ausgabelucke unseres Abendbrotimbisses auf. Doch leider regnet es nicht nur auf unsere Abendbrote – die gesamte Veranstaltung wird nicht mit bestem Wetter belohnt. Was mittags noch freundlich aussah, wandelt sich gen Nachmittag zum Dauerregen. Nach der offiziellen Eröffnung sind Regenschirme gefragt und der Verweilwille seitens des Publikums ist verständlicherweise gering.

Doch einige dem Regen trotzende Gäste und Mitwirkende ziehen neugierig von Wohnwagen zu Wohnwagen. Wir haben gut zu tun und schmieren Brote, erläutern unser Projekt, sammeln Geschichten und verteilen Butterbrotboxen. Unsere Besucher sind ausgewogen sowohl niederländischer wie deutscher Herkunft. Viele Familien, die direkt an der Grenze wohnen, berichten von ihren Abendbrotgewohnheiten (Details dazu unter „Abendbrotnotizen“).

Die Grenze bleibt auch in der unmittelbaren Grenzregion spürbar – die Niederländer erzählen fast ohne Ausnahme von warmen Abendmahlzeiten, mittags gibt es traditionell belegte Brötchen und Milch. (Vom holländischen Mittagsklassiker konnten wir beim Mitwirkenden-Imbiss kosten: süße, weiche Brötchen mit Wurst und Käse belegt. Für deutsche Brotesser eher ungewohnt.) Ein Gemeinsames beidseitig der Grenzen wird im Laufe des Abends jedoch deutlich: mit dem Eintritt in das Rentenalter verändern sich häufig die Essgewohnheiten. Man nimmt sich nun hier wie dort mittags die Zeit zum Kochen und isst abends kalt.

Kalt sind am Abend auch unsere Füße. Zufrieden mit dem Verlauf des Abends sind wir trotzdem.

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GrensWerte

3. September 2010 - 09:27 Uhr

KUNSTKERMIS

Einladung für die festliche Eröffnung von GrensWerte
10. September 2010 ab 15 Uhr auf dem Kirchplatz, Markt 2, in Dinxperlo. Offizieller Eröffnungsakt um 17.30 Uhr

…Hereinspaziert: Seien Sie dabei, wenn Kunstmobile und mobile Kunst den Kirchplatz in Dinxperlo einen Tag lang in eine Kunstkirmes verwandeln. Sehen Sie bis spät in den Abend, wie Kunst bewegt und wie sie bewegt wird. Erforschen Sie das Abendbrot des Tischnachbarn, tanzen Sie zu projizierter Livemusik und genießen Sie das unkontrollierte Leben.

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Uitnodiging voor de feestelijke opening van GrensWerte
10 september 2010 vanaf 15.00 uur op het kerkplein, Markt 2, in Dinxperlo. Officiële openingshandeling om 17.30 uur

Kom naar de kunstkermis op het kerkplein in Dinxperlo, waar kunstmobielen en mobiele kunst zich presenteren. Ervaar tijdens het middag en avondprogramma hoe kunst beweegt en hoe kunst in beweging gebracht wordt: onderzoek het ‘ Avondbrood’ in de buitenlucht, dans op geprojecteerde live muziek en geniet van het ongecontroleerde leven….

http://www.grenswerte.eu/

FELDFORSCHUNG ABENDBROT

Mit der 2009 begonnenen ABENDBROTFORSCHUNG setzen wir in diesem Jahr bei GrensWerte unser Projekt mit Interesse an Essens-, Küchen- und Alltagskultur fort.

Das Abendbrot ist in unseren Augen, in Bezug zur  täglichen Speisenfolge, eine herausgehobene Mahlzeit, da es eine deutsche Besonderheit darstellt, die Schnittstelle zwischen Arbeit und Freizeit markiert und nicht zuletzt auch aus ästhetisch-formaler Perspektive reizvoll ist.

Die Untersuchung der Abendbrotkultur ist somit eine vertiefende Hinwendung zu einem Gegenstand – dem Brot und seinen Begleitern – der in unserer Arbeit immer wieder eine Rolle spielt. Eine künst­lerische Forschung, die deutsche Brot- und Abendbrotkultur regionalspezifisch in den Blick nimmt, ist ein Fortschreiben unserer Leidenschaft für Speisenzubereitung auf der einen und alltagskulturelle sowie kommunikative Phänomene auf der anderen Seite.

Nun wenden wir unseren Blick ins deutsch-niederländische Grenzgebiet. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen dabei Fragen nach unterschiedlichen Ritualen, Gewohnheiten, Vorlieben und Veränderungen rund um das alltägliche Abendbrot. Persönliche Präferenzen, Kindheitserinnerungen, re­gionale und familiäre Prägungen werden im deutsch-niederländischen Vergleich zu befragen, zu sammeln und künstlerisch zu bearbei­ten sein.

Mit einem zum Abendbrot-Imbiss umfunktionierten Wohnwagen setzen wir unsere Forschungsreise durch die EUREGIO fort. Der Abendbrotimbiss taucht Anfang September in Dinxperlo, Diepenheim, Coevorden und Bad Bentheim auf, um mittels schmackhafter Aktionen mit seinem Publikum ins Gespräch zu kommen.

In Dinxperlo startet die neue Etappe des künstlerischen Forschungsprojekts am 10. September 2010 zur Abendbrotzeit auf der „Kunstkirmes“. Hier werden am Abendbrotmobil Butterbrote gegen Abendbrot-Erfahrungen, Rezepte und Geschichten getauscht. Um den Gästen auf unkomplizierte Weise einen Beitrag zum ABENDBROTARCHIV zu ermöglichen, liegen am Mobil FELDFORSCHUNGS-BROTBOXEN zur Abholung bereit. Diese sollen zu Hause auf dem gedeckten Abendbrottisch platziert und fotografiert werden, um dann an das ABENDBROTARCHIV gesandt zu werden.

Termine und Orte

Fr, 10.9., Dinxperlo, Kirchplatz, 18-21 Uhr

Sa, 11.9., Coevorden, Marktplatz, 18-21 Uhr

Mo, 13.9., Bad Bentheim, Rathausplatz, 18-21 Uhr

Di, 14.9., Diepenheim, mobile Aktion, 18-21 Uhr

VELDONDERZOEK AVONDBROOD is op te vatten als mobiele keuken, als reizende snackbar, als artistiek onderzoeksinstituut en plaats van communicatie. Vervoermiddel voor de mobiele keuken is een speciaal daarvoor ingerichte caravan met een wisselend aanbod aan avondbrood en een archief voor avondbroodcultuur aan boord. Het “avondbroodmobiel” zoekt openbare straten en pleinen op om deze tijdelijk in bezit te nemen en daar een “privé”-uitvoering te spelen via het aanbieden van avondbrood. Door gezamenlijk te eten komen de kunstenaars met het publiek in dialoog. Zij verzamelen en archiveren verhalen, herinneringen en foto`s rond het verschijnsel avondbrood, wisselen recepten uit en laten zich verder uitnodigen voor avondbroodmaaltijden bij de mensen thuis.

FELDFORSCHUNG ABENDBROT ist Bestandteil des Projektes GrensWerte.

GrensWerte ist ein Kooperationsprojekt von Münsterland e.V., Kunst & Cultuur Overijssel und EUREGIO. Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Wirtschaftsministerien der Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen und der Provinzen Overijssel und Gelderland kofinanziert.

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Abendbrot für unsere Gastgeber(innen) im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst am 30.01.2010

23. Februar 2010 - 02:45 Uhr

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Hörstel, Kloster Gravenhorst, 18.00 Uhr: Abendbrotzeit

Mit dem Abbau unserer Ausstellung im Kunsthaus nimmt unser Feldforschungsprojekt im Münsterland sein Ende. Es heißt Abschiednehmen vom Kloster und unserem neuen Lieblingsbrot, dem Pumpernickel. Zum letzten Mal laden wir zum Abendbrot ein und bitten die Menschen an den Tisch unseres Projektraumes, die uns im vergangenen Jahr mit viel Neugier und Offenheit an ihre privaten Abendbrottische gebeten haben.

Schnee und glatte Straßen verhindern, dass wir vollzählig sind – aber der Tisch ist gut besetzt und wir freuen uns über die Gäste, die mit uns das Abschiedsabendbrot teilen! Bei Wurstsalat, Handkäse, “ahler Worscht”, Möhren-Apfelsalat, Eibrot und Pumpernickeldreispitz sitzen wir lange zusammen und plaudern kreuz und quer über den Tisch. Vertraut sind wir inzwischen mit unseren ehemals fremden Gastgebern und wissen, dass wir dies dem Abendbrot zu verdanken haben. Auch wenn wir nun abreisen und unsere Aufenthalte im Münsterland nun nicht mehr so regelmäßig stattfinden werden, können wir gewiss sein, dass es hier ab jetzt einige Abendbrottische gibt, die uns in freundschaftlicher Weise offen stehen!

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Wurste- und Leberbrot

28. Oktober 2009 - 13:47 Uhr

Zum Abschluß unserer Aufenthalte im Münsterland wurden wir ganz spontan nochmals eingeladen. Familie Lepa brachte dazu eine Herbst- und Winterspezialität auf den Tisch: Wurste- und Leberbrot. Die Münsterländer wissen wohl die Dinge richtig zu kombinieren. Mehr dazu auf http://de.wikipedia.org/wiki/Wurstebrot.

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Als Reinhard Lepa dann noch Reste vom “Kalten Hund” -  http://de.wikipedia.org/wiki/Lukullus (Süßspeise) - auftischte, waren wir noch ein wenig trauriger, das Münsterland erst einmal wieder verlassen zu müssen.

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Erinnerte Abendbrote

18. Oktober 2009 - 19:55 Uhr

Am 8. Oktober haben wir in Ibbenbüren belegte Brote gegen Abendbroterinnerungen getauscht.

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“Ich erinnere mich an die Tomatenbrot-Reiterchen nach dem Samstagsbad von meiner Mutter vor dem Fernseher serviert.”

“Eine Geschichte zum gestrigen Abendbrot kann nicht erzählt werden, da der Stramme Max (2 Brote mit Schinken und Spiegelei) absolut unkommunikativ war und das Verspeisen seiner selbst schweigend hingenommen hat.”

“Da ich aus einer multikulturellen Familie komme, kenne ich das konventionelle Abendbrot-Dasein in Deutschland gar nicht. Bei uns zu Hause gibt es nämlich auch abends noch was Warmes.”

“Als Kind habe ich am liebsten mein Brot mit Leberwurst und Gurke gegessen, heute esse ich lieber Käse. Bei meinen Kindern ist es witzigerweise so, dass sie auch am liebsten Leberwurst und Gurke essen. Das Abendbrot ist für uns sehr wichtig, da wir tagsüber nicht die Gelegenheit haben, zusammen zu essen, daher dauert das Abendessen oftmals sehr lang.”

“Ich erinnere mich an eines der ersten Abendbrote bei meinen (damals noch nicht) Schwiegereltern: opulent mit drei Sorten Brot, Gemüse, Aufschnitt, Käse, Milch, Tee, Bier u.v. a.m. an geradezu festlich gedecktem Tisch.”

“In der Großfamilie wurde bei uns grundsätzlich im großen Kreis zu Abend gegessen. Heute schaffe ich mit meiner Ehefrau meistens nur am Wochenende ausgiebige Abendessen. Hierzu gehören im Idealfall Bratkartoffeln und im Anschluß ein guter Wein.”

“Das Abendbrot gehörte für mich trotz mancher Leckerei zu den lästigen Familienritualen, weil ich immer pünklich zu Hause sein musste. Für mich ist Zeit jedoch ein sehr dehnbarer Begriff, deshald gab es oft Ärger…”

“Ich freu mich immer auf Samstag abends, da gibt es meistens Italienisch mit der ganzen Familie.”

“Neidisch macht mich der Anblick einer Großfamilie beim gemeinsamen Abendbrot.”

“Wenn meine Enkelkinder kommen, heißt es immer: Oma machst du zum Abendbrot Arme Ritter mit Pflaumenmus?”

“Abends sitzen wir gerne lange in der Küche oder im Garten und lassen den Tag ausklingen. Oft mit Brot oder Brötchen und etwas Salat. Im Winter gibt es oft eine Tasse Suppe oder einen Strammen Max. Meine Kinder lieben diese Zeit, weil niemand hetzen muss. Am Wochenends kochen wir abends auch mal was Schönes.”

“Der Resopaltisch hier vermittelt sofort die Erinnerung an die eigene Kindheit, wo Frühstück, Mittagessen und Abendbrot gemeinsam mit der Familie eingenommen wurden und zwar in der Küche oder am Eßzimmertisch.”

“Meine Großeltern haben das Brot zum Abend sehr präzise (jeden Quadratmillimeter) mit Butter bestrichen. Auch der Aufstrich wurde sehr korrekt aufgetragen.”

“In Dänemark, wo ich herkomme, ißt man meistens abends warm. Ich hatte aber sehr schöne belegte Brote mit in der Schule, z.B. mit Bananenscheiben mit einer Rosine in der Mitte oder mit Leberwurst und Gurkenscheiben belegt. Abends habe ich am liebsten Kartoffelpüree mit Zwiebeln, Speck und Äpfeln gegessen. Das nennt man in Westfalen: Himmel und Erde. Und sooo gut schmeckt es auch!”

“Manchmal ist mein innigster Wunsch, das Abendbrot möge üppig und lautlos durch die Haustür spazieren. Manchmal ist es einsam und öde, nach einem langen Tag des Schaffens oder des Versuchs ein Abendmahl zu richten – oftmals misslingt’s.”

“Freitags war das Abendbrot immer am schönsten, weil mein Vater da immer einen großen Berg Wurst aus der Metzgerei mitgebracht hat, denn er hat im Lebensmittelhandel gearbeitet und zum Wochenende immer Probierpakete mit nach Hause bekommen.”

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FELDFORSCHUNG ABENDBROT Künstlerbuch

14. Oktober 2009 - 10:24 Uhr

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Das Künstlerbuch zur FELDFORSCHUNG ABENDBROT ist erschienen und im DA – Kunsthaus Kloster Gravenhorst oder bei den KünstlerInnen erhältlich.

Die Abendbrot-Edition mit Abendbrotmesser hat eine Auflage von 25 Stück.

Ein großes Dankeschön gilt  dem “Steinofenbäcker” Reinhard Laukemper  für die finanzielle Unterstützung dieser Publikation und Giselheid Herder-Scholz von “Windmühlenmesser” für die Unterstützung der Edition.

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Brotworte im Münsterland

6. Oktober 2009 - 13:15 Uhr

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