Abendbroterinnerungen

Abendbroterinnerungen von Besuchern am Abendbrotmobil in Greven, Rheine und Steinfurt

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„Als Kind musste ich immer etwas Ordentliches essen, d.h. Wurst- und Käsebrote. Ich hätte aber viel lieber Brot mit Marmelade gegessen, was aber von meinen Eltern nicht erlaubt wurde.“

„In meiner Kindheit gab es nie abends Brot. Es war Krieg, und Brot war sehr knapp. Mittags wurde ein großer Topf Eintopf gekocht, und zum Abendessen wurde das Gemüse, das vom Mittag übrig war, aufgewärmt und gegessen.“

„Ich erinnere mich an den Butterbrotetausch unter Freunden auf dem Spielplatz. Da haben wir zum Beispiel Cervelatwurstbrote gegen Quarkschnitten getauscht. Außerdem mochte ich gerne nur Radieschen auf’s Brot. Davon habe ich aber raue Lippen bekommen.“

„Zum Abendbrot gab es immer Tee. Das machen wir heute auch noch so. Wir essen kalt, aber ein warmer Tee – Pfefferminze, Kamille oder Fenchel – darf nicht fehlen. Schwarzen Tee trinken wir abends nicht mehr.“

„Ich habe als Kind unglaublich gerne frisches Brot bestrichen mit dick‘ Butter und Senf gegessen. Leider durfte ich mir diese Schnitten aber nur sehr selten machen, weil Senfbrote – so meine Mutter damals scherzhaft – dumm machen.“

„Eine meiner schlimmsten Kindheitserinnerungen ist Klunkersuppe. Die mochte ich überhaupt nicht, aber es gab sie sehr häufig zum Abendessen. Klunkersuppe ist eine Milchsuppe mit kleinen Mehlklümpchen.“

„Als ich Kind war, gab es bei uns sehr häufig kalte Eierpfannkuchen aufs  Brot. Das waren dann die Reste vom Mittagessen, die abends praktischerweise verarbeitet wurden. Ich mochte das als Kind sehr gerne.“

„Brote gab es bei uns nicht täglich zum Abendbrot. Milchsuppe war eine häufige Abendmahlzeit, als ich Kind war. Belegte Brote haben wir eigentlich nur samstags gegessen. Nach dem Samstagsbad haben wir Kinder diese zusammen mit einem warmen Kakao bekommen.“

„Ich kann mich gut daran erinnern, dass sich das Abendbrot für mich als Kind mit dem Jahr 1964 verändert hat. Da haben wir unser erstes Fernsehgerät bekommen. Eigentlich habe ich ab diesem Zeitpunkt unsere Abendbrote nicht mehr als wirklich schön empfunden. Vor dem Einzug des Fernsehens in unsere Familie haben wir immer unheimlich viel beim Abendessen miteinander geredet. Danach wurde das schleichend weniger und das Fernsehprogramm hat oft den Ablauf des Abends bestimmt.“

Kategorie: Abendbrotnotizen, Allgemein, Projekt KunstKommunikation 09, DA-Kunsthaus Kommentieren »


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