Archiv für September 2009


Feldforschung Abendbrot vor Ort, Steinfurt

6. September 2009 - 13:12 Uhr

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FELDFORSCHUNG ABENDBROT zu Gast in Pastors Garten

Unsere allererste private Einladung zum Abendbrot im Juni bei Familie Bäumer führte zu der spontanen Idee Willi Bäumers ein gemeinsames Abendbrot mit uns in „Pastors Garten“ zu organisieren. Heute soll dieses Abendbrot nun ab 18.00 Uhr im idyllischen Garten des katholischen Pfarrhauses in Steinfurt stattfinden.

Auf der weitläufigen Wiese des Gartens platzieren wir unser Abendbrotmobil unter dem schützenden Laubdach eines großen Baumes. Willi Bäumer sorgt für ausreichend Sitzgelegenheiten und an dem doch schon herbstlich kühlen Abend für Wärme aus der Gasflasche. Unsere Abendbrotgesellschaft ist an diesem Abend so international wie noch nie: Gäste aus Deutschland, Tschechien, Polen, Afrika und Indien nehmen an der langen Tafel Platz – darunter alleine sechs Geistliche.

Vielfältig ist auch das Speisenangebot dieses Abends und unsere geschmierten Brote sowie der Wurstsalat werden um einige mitgebrachte Abendbrotspezialitäten ergänzt. Brigitte Bäumer bereichert den Abendbrottisch um Kartoffelsalat und Würstchen sowie eine Platte mit „Schachbrettbroten“ aus Schwarzbrot, dazu Knochenfleisch und westfälischen Schinken. Aus dem Pfarrhaus kommen frisch zubereitete Rosmarinkartoffeln mit Kräuterbutter auf den Tisch, und ein Freund der Familie Bäumer serviert sein Junggesellenabendbrot: geschmierte Klappstullen, Tomaten und Bier.

Der Hausherr Pastor Heinrich Wernsmann spendiert Weißwein und Schnaps und der Abend nimmt den Verlauf eines ausgelassenen Gartenfestes. Zwischen den Bissen werden immer wieder persönliche und internationale  Abendbrotgewohnheiten ausgetauscht. Den Abend beschließt die christliche Abendbrotgemeinde mit dem Singen einiger Lieder und einem wärmenden Feuer.

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Wir danken Brigitte und Willi Bäumer für die Vermittlung in Pastors Garten, Herrn Pastor Wernsmann für die Gastfreundschaft und allen weiteren Gästen für den schönen und geselligen Abend. Für uns war dieser Abendbrotabend im Kreis einer Gemeinde eine außergewöhnliche Erfahrung!

Natürlich freuen wir uns über rücklaufende Rezepte, Abendbrottischfotos und Antwortkarten!

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FELDFORSCHUNG ABENDBROT privat, 8. Einladung

5. September 2009 - 10:18 Uhr

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8. Einladung: Brochterbeck

18:30 Uhr ist feste Abendbrotzeit bei Familie Gora-Hochstrate. Und heute Abend sind wir mit an den Abendbrottisch der Familie eingeladen. Dies ist gleichzeitig unser letzter privater Abendbrottermin im Rahmen unseres Projektstipendiums im Kreis Steinfurt. Als wir pünktlich erscheinen, ist auch Vater Henri gerade erst von der Arbeit nach Hause gekommen. Eva Gora-Hochstrate und Tochter Linda haben bereits den Tisch gedeckt, und wir dürfen gleich Platz nehmen, denn alle sind hungrig.

Die siebenjährige Linda hat extra für die Gäste einen Blumenstrauß im Garten gepflückt, der nun den Tisch schmückt. Auf der üppig bestückten Abendbrottafel gibt es außerdem Wurst, Käse und Kräuterquark, einen bunten Salat, hartgekochte Eier, selbstgebackene Brötchen, gemischtes Ost, Oliven und Gürkchen. Besonders lecker ist das mit Schafskäse gefüllte, selbstgebackene Weißbrot! Während des Essens sprechen wir lange über die Wichtigkeit von Strukturen, die gemeinsame Mahlzeiten im Familienleben bilden, über den Wert selbstzubereiteter Speisen, private Esskulturen, unser Abendbrotprojekt und partizipatorische Kunst im Allgemeinen. Wir sind erstaunt, mit welcher Offenheit und Sympathie unserem Projekt von Seiten unserer Gastgeber begegnet wird.

Wir danken Eva, Henri und Linda herzlich für die Einladung und den schönen Abend in freundschaftlicher Atmosphäre. Henri sei außerdem gedankt für den neuen Beitrag für das andere (Wort)Archiv. Dankbar wären wir natürlich, wenn das Rezept für das Weißbrot mit Schafskäse in unsere Sammlung  eingehen würde!

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Rheine

4. September 2009 - 17:18 Uhr

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Wenn man im öffentlichen Raum agiert, spricht man oft vom Wetter. Wieder blicken wir den ganzen Tag über bang in den Himmel – dunkle Wolken, kräftiger Wind und immer wieder Regenschauer beherrschen den heutigen Donnerstag.

In Rheine mit unserem Mobil angekommen, ist es kühl doch trocken – und soll es überraschenderweise auch bleiben. Vor dem Haus der Familie Lukaschek, die uns sowie Nachbarn und Freunde eingeladen hat, bauen wir unsere Abendbrotstation auf. Kaum fertig werden wir schon von einer großen Gästeschar umringt: eine ganze Berufsschulklasse begleitet von ihrer Lehrerin findet sich bei uns ein. Die Hauswirtschaftlerinnen haben in der Zeitung von unserer Aktion gelesen und bringen professionelles Interesse an der Abendbrotforschung mit. Schnell sind alle Sitzgelegenheiten belegt, eifrig werden unsere Fragekarten ausgefüllt, Brote und Radieschen-Salat verzehrt.

Mitten in dem Trubel stoßen weitere Gäste dazu – es wird eng um das Abendbrotmobil! Nach ausführlichen Gesprächen und Erläuterungen zu unserem Projekt verlassen uns die Damen von der Hauswirtschaftsschule und gleich finden sich weitere Gäste voller Neugier ein. Eine Nachbarin bringt Heringsdipp und Pellkartoffeln mit – eine typisch norddeutsche Abendbrotmahlzeit, die regen Anklang findet und unsere hessischen Wurstbrote ergänzt.

Obwohl es kühl ist, wird in guter Stimmung gemeinsam gegessen und geratscht. Eine gesellige Atmosphäre lässt verweilen. Abendbrotgespräche flammen hier und da immer wieder auf, wenn neue Gäste eintreffen. Erst um 22.00 Uhr räumen wir zusammen – angefüllt von vielen intensiven Gesprächen.

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Familie Lukaschek danken wir für ihre Einladung nach Rheine und das nachhaltige Neugierigmachen ihres Freundeskreises sowie das gute selbstgebackene Brot. Wir hatten viel Spaß an diesem lebendigen Abend mit vielen spannenden Begegnungen. Schön wäre es, wenn wir das Brotrezept sowie das Rezept für den Heringsdipp der Nachbarin für unsere Sammlung erhalten würden!

Anette Rose danken wir für die Fotos.

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Abendbrotnotizen

3. September 2009 - 14:41 Uhr

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Individuelle Abendbrotkultur in Ibbenbüren, Rheine, Steinfurt, Greven, Lengerich, Mettingen

„Manchmal kommen mein Mann und ich relativ spät von der Arbeit nach Hause. Dann ist es die Aufgabe der Kinder, das Abendbrot zu machen. Sie schmieren dann für die ganze Familie große Abendbrotteller mit belegten Broten, die sie sehr liebevoll dekorieren. Gegessen wird immer gemeinsam.“

„Das Abendbrot hat sich völlig verändert, seitdem die Kinder aus dem Haus sind. Als wir noch zu viert waren, gab es feste Zeiten und abends das klassische kalte Abendbrot. Nun gibt es kaum noch Rituale und Regelmäßigkeiten. Wir machen uns unser Abendessen sehr individuell und essen auch gar nicht immer zusammen. Ich schmiere mir oft ein paar schnelle Brote in der Küche, während mein Mann das Abendessen eher zelebriert und sich immer etwas Besonderes macht.“

„Auf unserem Abendbrottisch darf auf keinen Fall Kirschmarmelade fehlen!“

„Da ich berufsbedingt häufig sehr spät von der Arbeit nach Hause komme, findet ein  Abendbrot zuhause für mich eigentlich nicht statt. Meine Muße-Mahlzeit ist eher das Frühstück.“

„Das kalte Abendbrot, wie ich es aus meiner Kindheit kenne, spielt eigentlich erst wieder eine Rolle, seit wir selber Kinder haben. Seitdem gibt es ganz feste Zeiten, wir essen alle zusammen und sprechen über das, was wir den Tag über erlebt haben.“

„Das Abendbrot sieht bei uns ganz unterschiedlich aus. Eine Konstante ist allerdings, dass es immer etwas Frisches aus meinem Garten gibt.“

„Selbstgebackenes Brot darf auf unserem Abendbrottisch nicht fehlen. Alleine wegen des guten Brotes essen wir jeden Abend mit Freude kalt.“

„Früher gab es bei uns mittags häufig Reibeplätzchen. Die restlichen wurden dann abends kalt aufs Brot gelegt und gegessen. Das schmeckt unheimlich lecker und ich mag es heute noch gerne essen.“

„Wir essen abends alle gemeinsam. Das ist uns sehr wichtig, weil das Abendessen die einzige Mahlzeit ist, wo das geht, weil tagsüber alle unterwegs sind. Wir haben aber keine festen Zeiten. Das richtet sich danach, wann wir – mein Mann, ich und unsere drei Töchter – zuhause sind. Auch was wir essen, ist sehr unterschiedlich. Es gibt manchmal Brot, aber meistens doch etwas Warmes zu essen.“

„Brot nehmen wir beide, meine Frau und ich, mit zur Arbeit. Abends muss es dann eine warme Mahlzeit geben.“

„Wir haben keine festen Abendbrotgewohnheiten abgesehen von der Zeit – Abendbrot gibt es bei uns immer gegen 18.30 Uhr. Unsere Abendbrote sehen sehr unterschiedlich aus: mal wird gekocht, mal gibt es Reste vom Mittag, mal Brote. Wichtig ist uns allerdings, dass wir gemeinsam mit ausreichend Zeit essen. Außerdem legen wir Wert darauf, Speisen selber zuzubereiten. Ich koche gerne oder backe selber Brot und probiere dabei neue Dinge aus. Fertigprodukte gibt es eigentlich nicht.“

„Bei uns unterscheiden sich die Abendbrotgewohnheiten zwischen Alltag und Wochenende. Unter der Woche essen wir kalt – ganz klassisch: Brot, Aufschnitt und oft etwas Frisches wie Salat dazu. Am Wochenende fällt durch das spätere Aufstehen die Mittagsmahlzeit weg. Wir frühstücken lange und essen dann abends warm.“

„Als Junggeselle schmiere ich mir abends immer Stullen und trinke dazu gerne ein Bier.“

„Wir reden viel beim Abendessen. Die Schule ist dann allerdings kein Thema mehr. Schulsachen müssen die Kinder gleich loswerden, wenn sie aus der Schule kommen. Beim Abendessen ist dann Raum für andere Gespräche.“

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Ibbenbüren

3. September 2009 - 11:16 Uhr

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Ibbenbüren am 1. September 2009. Der Himmel kündigt schon seit dem Nachmittag nichts Gutes an, und so beschränken wir unsere Gestaltung am Ort schlicht auf unsere mobile Butterbrotausgabe – Tische und Stühle bleiben unausgepackt. Länger draußen verweilen mag ohnehin niemand. Auch unser Abendbrotangebot ist den Witterungsbedingungen angepasst – es gibt praktische Stullen, die auch im Vorübergehen verzehrt werden können.

So steht unser Mobil malerisch am Hang der Ibbenbürener Neubausiedlung und trotzt den schwarzen Wolkenwänden – wir tun es ebenso und schmieren Klappstullen. Diese finden auch Absatz, denn neugierig macht die unkonventionelle Situation am zentralen Verkehrskreisel der Siedlung doch. Mit Regenschirmen und Windjacken ausgerüstet kommen die Gäste ans Abendbrotmobil. Mancher nimmt die angebotene Stulle mit auf den Heimweg, andere bleiben, essen mit uns gemeinsam und berichten ausführlich über die persönliche Abendbrotkultur.

Unser kleiner Querschnitt für diese Siedlung zeigt: hier wird abends häufig warm gegessen. Etwas Warmes könnten wir heute auch gebrauchen – zumindest eine Fußbodenheizung im Abendbrotmobil. Dass es dies durchaus auch für Wohnwägen gibt, erfahren wir von einem Gast mit langer Campingerfahrung. Erstaunlich ist, wie viel Platz unser kleines Mobil bietet – als eine interessierte Mutter mit ihren drei Töchtern zu uns stößt, passen wir alle dicht gedrängt an unseren Abendbrottisch.

Und so führen wir an diesem Abend, bevor die Dunkelheit schneller als erwartet hereinbricht, intensive Abendbrotgespräche und hoffen, dass die ausgeteilten Brotboxen uns einige Lieblingsrezepte nebst Abendbrotfotos bringen werden!

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