Diepenheim – GrensWerte

Diepenheim, 14.09.2010

Bei heftigem Dauerregen brechen wir erneut in die Niederlande in die kleine Gemeinde Diepenheim auf. Vor Ort begrüßt uns zwar eine sehr gepflegte und sichtbar von Kunst geprägte Gemeinde. Das Wetter meint es jedoch nicht gut mit uns. Immer noch ist es regnerisch und ein scharfer Wind fegt die Straßen menschenleer. Da wir in Diepenheim keinen vorher festgelegten Ort für unsere Intervention haben, fahren wir eine ganze Weile durch die Ortschaft – auf der Suche nach einem halbwegs belebten Ort.

Fehlanzeige. Kaum jemand ist auf der Straße, nur hier und da hat ein Hund seinen Menschen auf die Straße gezogen, der nun schnellen Schrittes mit hoch gezogener Kapuze den unumgänglichen Gassi-Gang verrichtet. Auch der zentrale Platz steht nur voller Pfützen. Wir stellen fest: Niemand da, dem man ein Butterbrot anbieten könnte.

Nach erster Ratlosigkeit kommen wir zu dem Entschluss, dass die Abendbrotforschung heute aufsuchend tätig werden muss. Wir fahren weiter durch den Ort auf der Suche nach Menschen, vorbei an den vielen hübsch geputzten Einfamilienhäusern. Durch die großzügigen, gardinenfreien holländischen Fenster sieht man einige Familie bei Abendbrotvorbereitungen – es wird geschnippelt und gekocht.

Unsere Brote bleiben heute dagegen eingepackt. Aber Plan B sagt: wir bringen unsere Brotbrotboxen direkt zu den Holländern. Wie ehemals der Milchmann fahren wir unsere „boterham trommeltjes“ aus. Gut, dass wir sie vorher mit niederländischer Gebrauchsanweisung versehen haben. Nicht flächendeckend doch hier und dort setzen wir unsere Feldforschungsbox vor den Haustüren der Diepenheimer aus. Manch einer schaut erstaunt aus dem Fenster und belächelt das eigenwillige deutsche Wohnwagengespann nebst Lieferservice.

Nach der feuchten Verteilaktion fahren die Abendbrotforscher nach Deutschland zurück, gespannt welcher Resonanz demnächst aus Diepenheim kommt…

Kategorie: Allgemein, Feldforschung Abendbrot vor Ort, GrensWerte Kommentieren »


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