Auf der Suche nach dem Schweizer Nachtessen Café complet: Mittwoch 22. August, 20 Uhr, Privat zu Gast

Mittwoch, 22. August 2012, 20 Uhr, zu Gast bei Annabel und Hans

Die Einladung zum heutigen Nachtessen stammt von einem echten Café complet-Experten und geht auf unsere Abendbrotstation am Rheinufer zurück – dort  haben wir unseren Gastgeber Hans kennen gelernt. In Badehose trat er amüsiert an unseren Abendbrottisch heran und sagte: „Café complet? Das mache ich jeden Abend. Den Kaffee lasse ich allerdings inzwischen weg.“

Nun sind wir bei ihm und seiner Frau Annabel eingeladen und setzten uns an den bereits mit Bedacht gedeckten Tisch. Bei geöffneten Fenstern blicken wir auf den Rhein. Wie angekündigt haben die beiden auf den früher obligatorischen Kaffee verzichtet und bieten uns ein Nachtessen an, wie sie es auch sonst im Alltag jeden Abend gemeinsam einnehmen: Brot, Butter und eine Auswahl an Käse, Salat und Obst. Dazu einen Apfelmost und Wasser, manchmal einen Wein, den es auch heute gibt. Besonders der Salat aus fleischigen, geschälten Tomaten, Avocado und Rucola schmeckt ausgezeichnet. Beide Gastgeber legen Wert auf gesunde Ernährung, einen schön gedeckten Tisch und Essen ohne Hektik. „Dieses ständige Essen im Gehen kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Annabel, die ursprünglich aus England stammt, aber sehr lange in Hamburg gelebt hat und akzentfrei Deutsch spricht. Von ihr lernen wir die Bezeichnung „englische Arbeitszeiten“ – er steht für den Arbeitstag mit kurzer Mittagspause und Feierabend um 17 Uhr, auf den am Abend eine warme Mahlzeit folgt. Auch in Deutschland und der Schweiz ist dies immer verbreiteter.

Während des Nachtessens, das ohne Kaffee und Konfitüre an ein Abendbrot erinnert, wie wir es aus Deutschland kennen, sprechen wir ausgiebig über unser aktuelles Projekt, das von Gesprächen und Begegnungen lebt. Außerdem kommen wir bei unserer anregenden Unterhaltung auf die Existenz als Künstler, Ernährungsgewohnheiten in anderen Ländern, ganzheitliche Gesundheitskonzepte, die angebliche „Germanophobie“ der Deutschschweizer und die Beschleunigung des täglichen Lebens zu sprechen.

Wir danken Hans und Annabel für die Einladung an ihren Abendbrottisch, an dem wir uns schnell nicht mehr fremd gefühlt und gemeinsam einen entspannten Abend mit guten Gesprächen verbracht haben.

P.S.: Vom Gastgeschenk, dem „Handkäs mit Musik“, wurde vom Hausherrn mit Neugier, aber nicht unbedingt nachhaltiger Freude gekostet…

Kategorie: Allgemein, Café complet, Zu Gast: Abendbrotforschung privat Kommentieren »


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