Kategorie: Abendbrotnotizen
Abendbrotkommentare aus Dinxperlo, Coevorden und Bad Bentheim
18. September 2010 - 11:26 Uhr„Einmal war ich hier in der Gegend zum Abendbrot eingeladen. Dort habe ich ein merkwürdiges Teeritual kennengelernt: Mit einem Teebeutel wurde eine Tasse Tee aufgegossen, dann eine zweite, eine dritte und weitere. Schließlich wurde dieser Teebeutel in die Kanne gehängt und nochmals aufgegossen… Das sind sparsame Menschen hier.“
„Wir sind eine gemischte Familie hier in Dinxperlo: deutsch-holländisch. Das klassische, deutsche Abendbrot spielt bei uns eine große Rolle. Es gibt Brot und verschiedene Beläge. Von der holländischen Familie haben wir das Milchtrinken übernommen. Die Niederländer trinken die Milch ja mittags zu den Brötchen. Bei uns darf sie abends zum Brot nicht fehlen. Manchmal essen wir aber abends auch warm, wie es üblich ist hier.“
„Das deutsche dunkle Brot ist uns zu hart und zu trocken. Wir mögen das Brot gerne weicher.“
„Hier (im Abendbrotmobil) riecht es wie früher bei meiner Großmutter zum Abendbrot – nach gutem deutschen Sauerteigbrot.“
„Wir haben eine ganze Zeit in den Niederlanden gelebt und unsere Essgewohnheiten den holländischen angepasst. Mittags gab es also „broodje“. Nun leben wir wieder auf der deutschen Seite der Grenze und essen abends kalt. Das hat aber auch damit zu tun, dass wir nun Kinder und einen klarer strukturierten Tag haben. Mittags koche ich für die Kinder, abends essen wir alle gemeinsam Abendbrot.“
„Hier in Dinxperlo gibt es noch die PAPKLOK, die um 21 Uhr läutenden Kirchenglocken. Früher war dies das Zeichen für die Bauern, nach Hause zu kommen, um den PAP zu essen. Pap ist ein Brei aus Grießmehl oder Haferflocken. Danach war der Arbeitstag beendet und man ging zu Bett. Heute isst kaum jemand mehr abends Pap. Aber die Papklok läutet hier immer noch um 21 Uhr.“
„Mein Vater lebt hier in den Niederlanden in einem Altersheim. Dort können die Bewohner wählen, wann sie ihre warme Mahlzeit einnehmen wollen – ob mittags oder abends. Die meisten essen zu Mittag warm, obwohl sie das früher traditionell nicht gemacht haben.“
„Ich komme zu spät nach Hause, um Abendbrot zu essen.“
„Ich habe eine deutsche Mutter – von daher kenne ich das deutsche Abendbrot. Hier essen ja sonst alle abends warm. Ich mag deutsches Essen sehr – besonders Eisbein und Haxe. In Deutschland schmeckt mir auch die Wurst besser. Mett ist besonders gut, das gibt es hier in Holland nicht. Aber das deutsche Brot mag ich nicht. Das ist mir zu hart. Da bin ich einfach das weiche holländische Brot gewöhnt.“
„Ja, natürlich essen wir Abendbrot. Aber mittags. Naja, Mittagsbrot müsste es dann wohl heißen… Dazu gibt es immer ein Glas Milch. Abends wird natürlich warm gegessen.“
„Danke für das leckere Abendbrot. Das Brot war allerdings ein bisschen fest.“
„Früher haben wir abends warm gegessen. Seit ich in Rente bin, hat sich das verändert. Nun kochen wir mittags und essen abends Brot. Jetzt haben wir einfach viel mehr Zeit, um in Ruhe mittags zu kochen. Außerdem finde ich es so viel gesünder. Das warme Essen am Abend ist mir oft zu schwer gewesen.“
„Wir essen abends nicht zusammen. Bei uns macht sich jeder irgendwas zu essen, je nachdem wann die Familienmitglieder nach Hause kommen.“
„Früher, als ich klein war, gab es ganz feste Abendbrotzeiten. Wenn meine Oma dabei war, wurde vor dem Essen gebetet. Heute gibt es keine festen Zeiten mehr. Wir essen auch kaum mehr zusammen.“
„Ich erinnere mich an das Abendessen bei meiner holländischen Großmutter. Da gab es vor dreißig Jahren abends schon immer warmes Essen. Besonders toll fand ich das Apfelmus, dass es zu fast jeder Mahlzeit direkt mit auf den Teller gab. Und Silberzwiebeln durften auch als Beilage nicht fehlen. Diese süß-saure Mischung fand ich sehr lecker.“
„Mein Lieblingsabendessen ist Brot mit Tomate. Wurst aus Schwein darf ich nicht essen.“
“Der Westfale mag es gerne süß.”
5. Oktober 2009 - 22:15 UhrKommentieren » | Abendbrotnotizen, Allgemein, Feldforschung Abendbrot vor Ort, Projekt KunstKommunikation 09, DA-Kunsthaus
Abendbrotnotizen
3. September 2009 - 14:41 UhrIndividuelle Abendbrotkultur in Ibbenbüren, Rheine, Steinfurt, Greven, Lengerich, Mettingen
„Manchmal kommen mein Mann und ich relativ spät von der Arbeit nach Hause. Dann ist es die Aufgabe der Kinder, das Abendbrot zu machen. Sie schmieren dann für die ganze Familie große Abendbrotteller mit belegten Broten, die sie sehr liebevoll dekorieren. Gegessen wird immer gemeinsam.“
„Das Abendbrot hat sich völlig verändert, seitdem die Kinder aus dem Haus sind. Als wir noch zu viert waren, gab es feste Zeiten und abends das klassische kalte Abendbrot. Nun gibt es kaum noch Rituale und Regelmäßigkeiten. Wir machen uns unser Abendessen sehr individuell und essen auch gar nicht immer zusammen. Ich schmiere mir oft ein paar schnelle Brote in der Küche, während mein Mann das Abendessen eher zelebriert und sich immer etwas Besonderes macht.“
„Auf unserem Abendbrottisch darf auf keinen Fall Kirschmarmelade fehlen!“
„Da ich berufsbedingt häufig sehr spät von der Arbeit nach Hause komme, findet ein Abendbrot zuhause für mich eigentlich nicht statt. Meine Muße-Mahlzeit ist eher das Frühstück.“
„Das kalte Abendbrot, wie ich es aus meiner Kindheit kenne, spielt eigentlich erst wieder eine Rolle, seit wir selber Kinder haben. Seitdem gibt es ganz feste Zeiten, wir essen alle zusammen und sprechen über das, was wir den Tag über erlebt haben.“
„Das Abendbrot sieht bei uns ganz unterschiedlich aus. Eine Konstante ist allerdings, dass es immer etwas Frisches aus meinem Garten gibt.“
„Selbstgebackenes Brot darf auf unserem Abendbrottisch nicht fehlen. Alleine wegen des guten Brotes essen wir jeden Abend mit Freude kalt.“
„Früher gab es bei uns mittags häufig Reibeplätzchen. Die restlichen wurden dann abends kalt aufs Brot gelegt und gegessen. Das schmeckt unheimlich lecker und ich mag es heute noch gerne essen.“
„Wir essen abends alle gemeinsam. Das ist uns sehr wichtig, weil das Abendessen die einzige Mahlzeit ist, wo das geht, weil tagsüber alle unterwegs sind. Wir haben aber keine festen Zeiten. Das richtet sich danach, wann wir – mein Mann, ich und unsere drei Töchter – zuhause sind. Auch was wir essen, ist sehr unterschiedlich. Es gibt manchmal Brot, aber meistens doch etwas Warmes zu essen.“
„Brot nehmen wir beide, meine Frau und ich, mit zur Arbeit. Abends muss es dann eine warme Mahlzeit geben.“
„Wir haben keine festen Abendbrotgewohnheiten abgesehen von der Zeit – Abendbrot gibt es bei uns immer gegen 18.30 Uhr. Unsere Abendbrote sehen sehr unterschiedlich aus: mal wird gekocht, mal gibt es Reste vom Mittag, mal Brote. Wichtig ist uns allerdings, dass wir gemeinsam mit ausreichend Zeit essen. Außerdem legen wir Wert darauf, Speisen selber zuzubereiten. Ich koche gerne oder backe selber Brot und probiere dabei neue Dinge aus. Fertigprodukte gibt es eigentlich nicht.“
„Bei uns unterscheiden sich die Abendbrotgewohnheiten zwischen Alltag und Wochenende. Unter der Woche essen wir kalt – ganz klassisch: Brot, Aufschnitt und oft etwas Frisches wie Salat dazu. Am Wochenende fällt durch das spätere Aufstehen die Mittagsmahlzeit weg. Wir frühstücken lange und essen dann abends warm.“
„Als Junggeselle schmiere ich mir abends immer Stullen und trinke dazu gerne ein Bier.“
„Wir reden viel beim Abendessen. Die Schule ist dann allerdings kein Thema mehr. Schulsachen müssen die Kinder gleich loswerden, wenn sie aus der Schule kommen. Beim Abendessen ist dann Raum für andere Gespräche.“
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Ein wirklich gutes Pumpernickel
3. August 2009 - 18:39 Uhr“Ein wirklich gutes Pumpernickel muss an der Wand kleben bleiben, wenn man es dagegen wirft.” (Westfälische Pumpernickelweisheit, uns zugetragen bei einem privaten Abendbrotbesuch)
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Abendbroterinnerungen
3. August 2009 - 18:26 UhrAbendbroterinnerungen von Besuchern am Abendbrotmobil in Greven, Rheine und Steinfurt
“Als Kind musste ich immer etwas Ordentliches essen, d.h. Wurst- und Käsebrote. Ich hätte aber viel lieber Brot mit Marmelade gegessen, was aber von meinen Eltern nicht erlaubt wurde.”
“In meiner Kindheit gab es nie abends Brot. Es war Krieg, und Brot war sehr knapp. Mittags wurde ein großer Topf Eintopf gekocht, und zum Abendessen wurde das Gemüse, das vom Mittag übrig war, aufgewärmt und gegessen.”
“Ich erinnere mich an den Butterbrotetausch unter Freunden auf dem Spielplatz. Da haben wir zum Beispiel Cervelatwurstbrote gegen Quarkschnitten getauscht. Außerdem mochte ich gerne nur Radieschen auf’s Brot. Davon habe ich aber raue Lippen bekommen.”
“Zum Abendbrot gab es immer Tee. Das machen wir heute auch noch so. Wir essen kalt, aber ein warmer Tee – Pfefferminze, Kamille oder Fenchel – darf nicht fehlen. Schwarzen Tee trinken wir abends nicht mehr.”
“Ich habe als Kind unglaublich gerne frisches Brot bestrichen mit dick’ Butter und Senf gegessen. Leider durfte ich mir diese Schnitten aber nur sehr selten machen, weil Senfbrote – so meine Mutter damals scherzhaft – dumm machen.”
“Eine meiner schlimmsten Kindheitserinnerungen ist Klunkersuppe. Die mochte ich überhaupt nicht, aber es gab sie sehr häufig zum Abendessen. Klunkersuppe ist eine Milchsuppe mit kleinen Mehlklümpchen.”
“Als ich Kind war, gab es bei uns sehr häufig kalte Eierpfannkuchen aufs Brot. Das waren dann die Reste vom Mittagessen, die abends praktischerweise verarbeitet wurden. Ich mochte das als Kind sehr gerne.”
“Brote gab es bei uns nicht täglich zum Abendbrot. Milchsuppe war eine häufige Abendmahlzeit, als ich Kind war. Belegte Brote haben wir eigentlich nur samstags gegessen. Nach dem Samstagsbad haben wir Kinder diese zusammen mit einem warmen Kakao bekommen.”
“Ich kann mich gut daran erinnern, dass sich das Abendbrot für mich als Kind mit dem Jahr 1964 verändert hat. Da haben wir unser erstes Fernsehgerät bekommen. Eigentlich habe ich ab diesem Zeitpunkt unsere Abendbrote nicht mehr als wirklich schön empfunden. Vor dem Einzug des Fernsehens in unsere Familie haben wir immer unheimlich viel beim Abendessen miteinander geredet. Danach wurde das schleichend weniger und das Fernsehprogramm hat oft den Ablauf des Abends bestimmt.”
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Abendbrotmusik
11. Juni 2009 - 14:00 UhrElement Of Crime – Abendbrot
Braungebrannte Arme brechen jeden Tag
Das harte Brot der Wirklichkeit, als wärs das letzte Mal
Frisch geduschte Augen löffeln ohne Arg
Aus Satellitenschüsseln das Leben ihrer Wahl
Wohlgeformte Münder saugen voller Lust
Aus den Knochen der Erinnerung das Mark der Nostalgie
Wandernde Gedanken stoßen unbewußt
Unter reichgedeckten Tischen an andrer Leute Knie
Zum Abendbrot
Zum Abendbrot
Gutgebaute Freunde tanzen frohgemut
Einen immergleichen Reigen zum Lobe der Musik
Abgekämpfte Helden vergießen heißes Blut
Auf dem Feld der Unterhaltung, als obs kein Morgen gibt
Zum Abendbrot
Zum Abendbrot
Braungebrannte Arme brechen jeden Tag
Das harte Brot der Wirklichkeit, als wärs das letzte Mal
Frisch geduschte Augen löffeln ohne Arg
Aus Satellitenschüsseln das Leben ihrer Wahl
Zum Abendbrot
Zum Abendbrot
mein abendbrot
8. April 2009 - 17:17 Uhrmein abendbrot mein abendbrot ist der kuss er sitzt in den tiefen ich sehe ihn vor mir er kreist die tage ein er verlässt mich nicht er sitzt in jedem schweigen er belegt die brote er macht mich hungriger als je zuvor hans-jürgen hilbig 2009


































