Kategorie: ENDSTÜCK


ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK – historisches museum frankfurt III

13. Juli 2011 - 15:01 Uhr

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ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK – historisches museum frankfurt II

11. Mai 2011 - 23:28 Uhr

Die Fotos wurden uns vom historisches museum frankfurt zur Verfügung gestellt (Bildrechte historisches museum frankfurt – Fotograf Uwe Dettmar)

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ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK – historisches museum frankfurt I

11. Mai 2011 - 23:19 Uhr

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ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK

28. April 2011 - 15:44 Uhr

Ingke Günther & Jörg Wagner im historischen museum frankfurt am Samstag, 7. Mai 2011, 19 bis 21 Uhr

Im Rahmen der „Abrissparty“ des historischen museums frankfurt bereiten Ingke Günther und Jörg Wagner ein finales Abendbrot, das um den Knust, das Krüstchen, den Kanten – also das ENDSTÜCK des Brotes – kreist.
Das am Abendbrottisch oft begehrte, knusprig-buckelige Brotende setzen sie in den Fokus einer Installation, die von ihnen und ihren Gästen bespielt wird. Günther und Wagner laden in den ausgeräumten Sichtbetonbau des Museums zu einer temporären Abendbrotwirtschaft ein. Bei Brot, Butter und Milch befragen sie das alltagskulturelle Phänomen des Abendbrots, erkundigen sich nach familieneigenen Gewohnheiten und -ritualen, nach persönlichen Erinnerungen und regionalen Abendbrotspezialitäten. Außerdem sammeln sie Bezeichnungen für das ENDSTÜCK des Brotes, die fast zahllos zu sein scheinen. In ihren dialektischen Ausprägungen, zumeist liebevoll-charmante Wortschöpfungen, verweisen die unterschiedlichen Knust-Worte auf die heimatlichen Abendbrottische ihrer Nutzer.
Mit der ABENDBROTFORSCHUNG:ENDSTÜCK führen Günther und Wagner ihre 2009 im Münsterland im Rahmen eines Projektstipendiums begonnene FELDFORSCHUNG ABENDBROT fort. In ihrem zum Projekt erschienenen Künstlerbuch schreiben sie:
„Müsste man die Punkte, die uns am Abendbrot interessieren, kurz gefasst auf eine Butterbrottüte notieren, würde man da lesen: Das ABENDBROT ist eine deutsche Spezialität – brotbasiert, kalt, komponentenreich, deftig und lecker. Der Hauptdarsteller Brot und seine belegenden Begleiter werfen täglich kompositorische Fragen auf. Und der Gestaltungsraum Tisch nicht weniger! Rituale werden sichtbar – wer sitzt wo und isst immer das letzte Stück Salami auf. Die Feierabendmahlzeit lässt Muße zu und stiftet Kommunikation.“
www.abendbrotforschung.net

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BROTENDE O-Töne

28. Februar 2011 - 16:35 Uhr

Erste O-Töne zum Brotende.

Hans Ast schickte uns diese beiden O-Töne:

großmutti sagt brotende auf berndeutsch 10.02.10

tante eva sagt brotende auf wienerisch 15.02.10

Von M.L. wurden wir freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass der Knust fast Kunst sei. Wir haben recherchiert und festgestellt, dass es sich tatsächlich so verhält.
Im Folgenden der Nachweis in bildhafter Form aufgebracht mit Etikettenschrift auf Wachstischdecke.

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Umfrage – Antworten

14. Januar 2011 - 14:31 Uhr

FELDFORSCHUNG ABENDBROT bedankt sich bei allen, die auf unsere Umfrage zum KNUST geantwortet haben!

Zahlreiche Antworten von nah und fern gingen ein – allesamt wunderbare regionale Wortschöpfungen zum Anschnitt des Brotes.

Hier möchten wir erst einmal die häufigsten Nennungen versammeln:

Vielen Dank auch für den mehrmals eingegangenen Hinweis auf den Artikel von Bastian Sick, der eine sehr umfassende Wortsammlung zum Randstück des Brotes im deutschsprachigen Raum zusammengestellt hat.

Aus unserer Umfrage möchten wir einige der zugesandten KNUST-Botschaften hier versammeln, da sie neben den liebe- und klangvollen Worten auch weiterführende Anmerkungen enthalten oder Kindheitserinnerungen und Familienrituale schildern.

„Mir bekannt: Knörzchen (Marburg), Kanten (Norddeutschland), Rest (Familie).“  (M.F.)

„Zum Knust. Es gibt ihn je Brot zweimal. Ja? Am Anfang und am Ende. Und sagt man nun „der Knust vom, beim, oder am Brot oder der Knust des Brotes“?
Als ich Kind war (1944 bis 1962), sagten wir zuhause zum Knust „Knäppchen“.
Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen, meine Mutter stammte aus Duisburg aus einer Bäckerei, die meiner Großmutter damals gehörte. Ob der Begriff vielleicht von den Bergleuten den „Knappen“ stammt? Und das kleine End-/ Anfangsstück also für den Jüngsten – das Knappen-Knäppchen war? Wir fünf Geschwister haben uns meistens um das „Knäppchen“ geschlagen. Man reservierte es sich, indem man lauthals seinen Anspruch kundtat: „Heute bekomme ich das Knäppchen! Gestern hast du es gehabt.“ Wer keinen Erfolg damit hatte, wurde von den Eltern auf das Brotende – auch ein „Knäppchen“ vertröstet. Das schmeckte aber lange nicht so gut, weil trockener… Heute sagen wir hier in Hannover „Willst Du das Anfangsstück?“. Ich mag den Knust nicht mehr so gerne essen und auch als Wort nicht. Sowas kann ich kaum runterschlucken. Das „Knäppchen“ von damals war konkurrenzlos besser und schmeckte himmlisch, wenn ich es erobert hatte.“  (R.D.-B.)

„Des Scherzl is vom Brotloab. Der Bayer, und ich spreche da für das niederbayrische Idiom, sagt Scherzl. Die Schreibweise kann subdialektal davon abweichen. Gerne wird das eigentliche Scherzl oder auch Scherzal zu Scherzerl transkribiert. Davon rate ich ab, denn es gemahnt zu sehr an den Scherz des hochsprachlichen Deutsch hannoveranischer Herkunft. Dabei – ganz im Gegensatz zu der den Bayern unterstellten Engstirnigkeit – ist das Scherzl polyglotten Ursprungs und insofern ethymologsich dem Italienischen entlehnt, wo die Rinde scorza heißt. Scherzl ist aber nicht auf das Brot alleine beschränkt, sondern wird für jedwedes Endstück verwendet von Nahrungsmitteln, die brotlaibähnliche Form haben: Leberkäse und Käse wären Beispiele dafür; nur vom Gurknscherzl habe ich noch nichts gehört, doch ist die Gurke nur eine Spielart der Wurst und daher im strengen Sinne kein Laib. Das Scherzl ist übrigens im Falle des Brotes von der Reschn umgeben, weil ein frisches Brot sowieso immer resch zu sein hat, was knusprig meint. Die Reschn ist jetzt allerdings nicht als ein „Knupser“ zu übersetzen. Sie entspricht im hochsprachlichen Deutsch hannoveranischer Herkunft der Rinde. Manchmal kommt es vor, dass ein Bayer, bevor er das Scherzl abschneidet (was – selbstredend – nur möglich ist beim Anschnitt des Brotlaibes), den Bu(u)zn vom Apfel wegwirft und noch schnell die Noagal aus den Gläsern trinkt“.  (H.P.)

„Da habt ihr Euch ja ein schönes Thema gesetzt und selbstverständlich gibt es unzählige Schweizer Wörter dafür. Für mich gebräuchlich sind Gupf oder Ahöilig – weiß jetzt nicht mehr, welcher Ausdruck aus welchem Dialekt stammt, aber das könnte ich sicher auch noch eruieren, wenn ihr das benötigt.“   (J. Sch.)

Käntchen heißt das in meiner Familie. Meine bisher nicht besonders ehrgeizig betriebene Forschung hat im Gedächtnis hinterlassen: Lachkruste & Weinkruste.“  (G.H.)

„Bei uns hieß und heißt das Brotende Mo. Ansonsten sagt meine liebste Annette hieß das Ding in Ihrer Familie Knies.“   (F. Sch.)

„Das heißbegehrte Stück Brot, um das in unserem 7-Personen-Haushalt immer ausgiebigst gestritten wurde, hieß bei uns, einer sogenannten Schlammbeiser-Familie – väterlicherseits – aus Gießen KNÜSTCHEN, mit einem laaaang gesprochenen ÜÜÜÜÜÜ. Und da der frische Laib immer abends angeschnitten wurde (das Brot wurde am Nachmittag aus der Bäckerei geholt) gehört das begehrte Stück für mich zum Brotanfang und damit zum Abendbrot. Wenn der Laib beinahe aufgegessen war, war das End-Stück nicht mehr so begehrt, da schon nicht mehr so knusprig.  Knüstchen – das war der Inbegriff frischen, knusprigen Brotes zum Abendessen und schmeckte besonders gut einfach mit frischer Butter oder, wie meine Oma es bevorzugte, mit hausgemachter hessischer Mettwurst.“  (A.E.)

Knäußchen! Ich weiß aber nicht, ob dieser Ausdruck meiner badisch-bayrisch Großmutter, meinem hessen-nassauisch – badischen Vater oder meiner rheinisch-westfälischen Mutter entstammt. Lasst es Euch schmecken – wenn das Knäußchen zu hart ist, dann bitte einstippen.“    (R.B.)

„Hmm, was fällt da ein? Stumpen, Kniepe, Eckchen, Stummel, Kanten oder einfach: das Ende. Ich sage eigentlich nichts mehr zum Brotende, weil die meisten (eigentlich alle) zu hochnäsig waren, mir zu antworten.“  (U.B.)

„…und zweitens möchte ich Euch mitteilen: Das Brotende heißt natürlich Krüstchen – wie kann denn jemand anderes etwas anderes dazu sagen. Ich bin übrigens in Gießen groß geworden. Da mein Vater aus Schlesien kam, ist mir auch noch der dortige Begriff Krumka vage in Erinnerung geblieben.“   (Ch. B.-I.)

„Ich bin Österreicherin, und bei mir zu Hause in Niederösterreich hieß das, was ihr meint: Scherzl. Scherzl würde ich übrigens auch den Teil der Fingerkuppe nennen, den man sich versehentlich beim Brotabschneiden wegsäbeln kann.“  (T.E.)

„…ja, Knust, Abendbrot  –  in Hamburg … und zurückgefragt: schmeißt Ihr den Knust weg, macht Semmelknödel, gebt ihn den Hühnern, malträtiert Eure Zähne oder macht Kunst daraus?“   (D.E.)

„Das Ende (oder der Anfang) vom Brot heißt in Hessen freilich KRÜSTCHEN. Teites Eltern sagen KNUST und Oma Hannelore KNERZ (oder wenn ganz klein) KNERZCHEN. KNUST (das fällt mir gerade erst auf) ist ja fast wie KUNST…“.  (M.L.)

„Das ist doch das Gleiche, wie bei der WURST! Anfang und Ende sehen bei vielen Dinge(r)n eigentlich gleich aus, sind aber niemals das Gleiche. Auch oben und unten stehen Kopf, wenn man(n) auf dem Kopf steht! Nun zur KNUST(Kunst): das Endstück ist nur selten knusprig! (Nämlich nur, wenn man(n)s ganze Brot gleich isst – andernfalls ist nur der Anschnitt knusprig und das Endstück wird zäh und labbrig! In Steinbach heißt das übrigens: Kreässtsche (wohl von: Kruste/Krüstchen).“    (R.B.)

Knäppchen hieß das im Ruhrgebiet. Nicht zu verwechseln mit Knappen. Knappen sind Bergleute. Schalke 09 lässt den Begriff weiterleben und nennt seine Stadions- Essens und Getränkekarte eine Knappenkarte“.  (A.L.)

„Bei uns heißt das Aahau („Anhau“) …  im Dialekt meiner Frau heißt das fragliche Objekt übrigens Muger!“  (M. B.)

„Interessante Forschungsfrage, auf das Ergebnis bin ich gespannt. Wo ich herkomme, in Norddeutschland, sagt man Knust dazu. Ich hatte mal eine schwäbische Freundin, die sagte das Scherzerl. Hanna sagt, das hebräische Wort dafür – NESCHIKA – bedeutet übersetzt Kuss.“  (F.G.)

„Bei uns zu Hause in Hirschberg an der Saale, südlichstes Thüringen in der Nachbarschaft zum Vogtland, hieß der Brotkanten Remftel wobei ich zwei Dinge in der Erinnerung nicht mehr genau sagen kann:

1. Ob sich das Wort nur mit „mf“ schreiben würde – ich habe es nie geschrieben gesehen! – oder mit „mpf“. Nach der hörbaren Aussprache war es wohl eher ohne „p“, also Remftel.

2. Ich weiß auch nicht sicher, ob das nur ein auf unsere Familie beschränkter Ausdruck war (meine beide Eltern stammten aus Gera in Thüringen) oder ob der essbare Gegenstand im ganzen Ort und sogar im näheren Umland so hieß. Ich würde aus der Erinnerung dahin tendieren, dass das mehr als nur ein hauseigener Familienausdruck war.“  (R.K.)

„Noch eine Anmerkung zu den Brotenden, die ja bei uns daheim Scheazal heißen.
Es gab beim Essen ein paar Dinge, die immer besonders lecker und damit unter uns Geschwistern begehrt waren, das Salatherz des Kopfsalats zum Beispiel, das sogenannte „Heazal“. Am frischen Brot war die Rinde viel leckerer als der „Molln“, also das Brotinnere. Und noch besser war es, den „Molln“ zu einem Knödel zu formen, schnell und in einem Stück in den Mund zu stecken und dann die knusprige Rinde langsam und genüsslich in frische Milch zu tunken und dann die köstliche Verbindung von knackiger Rinde und sämiger Milch zu genießen. Als das Allerbeste galt jedoch das „Scheazal“, der erste Brotanschnitt – der bestand ja auch hauptsächlich aus Rinde. Und das war, genauso wie das „Heazal“ immer der Mama vorbehalten, vielleicht auch, damit wir uns nicht darum streiten…. Das Brotende einen oder zwei Tage später jedoch war weniger begehrt – da war das Brot ja auch schon hart und alt. Ich glaube fast, diese positive und verheißungsvolle Bezeichnung „Scheazal“ für den duftenden, teilweise noch warmen Anschnitt, wurde dann dafür nicht verwendet, und wenn, dann nur ungern“.   (M. W.)

„Im schwäbischen Süden heißt der Knust eher Gnäusle, im bayrischen Süden Kantn, Ronks oder Rönksken gibts auch, aber woher das kommt, weiß ich nicht (Schlesien?). Na, in jedem Fall lassen wir den Knust eh liegen, essen nur die schönen Scheiben des Brotes und lassen uns die Butter nicht vom Brot stehlen…“  (J.SCH.)

„Ich komme ursprünglich aus dem Saarland. Dort heißt das Brotende / der Brotanschnitt : Knies-chen, (vereinzelt auch Kneis-chen) und Kurscht (ich nehme an von Kruste).“  (S.J.)

„In der Gießener Allgemeinen las ich heute beim Frühstück Ihren Artikel Auf der Spur von Krüstchen und Knust. Ich (84) bin in Breslau geboren und lebe seit Kriegsende in Grünberg. Bei uns nannte man das Ende oder den Anschnitt Kanten. Besonders beliebt war der Kanten vom frischen Brot. (H.R.)

„Hallo. Wir stammen aus Sachsen und dort ist das Brotende ein Renftl oder Rempftel, der Rungsen ist nur eine dicke Scheibe Brot, die Bemme oder Schnitte bezeichnet eine normal dicke Brotscheibe.“ (H.Sch.)

„Interessiert habe ich Ihren Artikel in der Allgemeinen Zeitung gelesen. Sie fragten nach weiteren hessischen Namen für das Endstück des Brotes: Wir haben als Kinder Knatzel dazu gesagt.“ (U.D.)

„Also, bei uns heißt das Teil Gnärzla oder Gnäirdsla – wie auch immer man so was schreiben soll. Und ob es deutsch, fränkisch oder weidingerisch ist, wissen die Götter.“ (U.W.)

„Hallo, im sudetendeutschen Sprachraum: Knabele, das “le” ist ein Diminuitiv, vermutlich kommt die Bezeichnung von “knabbern”. Aus Österreich ist mir Scherzerl bekannt. (Georg Kreisler: Tauben vergiften im Park: “Nimms Scherzerl, das fressens so gern…”). (O.SCH.)

„In meiner Heimatstadt Kassel war der Brotanschnitt das Knüstchen, später in Sachsen lernte ich das Wort Knust (kurzes „u“) kennen und noch ein paar Jahre später in Südwürttemberg das Knäusle, bzw. Kneusle, Gneisle, Kneusli und das alemannische Knissli. Mein westfälischer Schwiegersohn nennt den Brotanschnitt Kanten„.  (I.K.)

„Da wo ich herkomme, heißt das Brotende Gnäarbl. Sprachlich ist das wohl niederalemannisch, stofflich aus Weizen und familienhistorisch zu Zeiten heiß umkämpft.“ (E.W.)

„Also bei mir zuhause (das ist in der Nähe von Heidelberg, da wird kurpfälzisch gesprochen – so wie Boris Becker früher gesprochen hatte), da heißt das Brotende  ´s Knärzl“. (B.G.B.)

„Sehr geehrte Abendbrotforscher, in meinem Heimatdorf sagte man zum Anschnitt Kniest. Das Heimatdorf ist Ellar im Westerwald. Wenn also einer den Anschnitt haben wollte, sagte er folgenden Satz: Ge ma mol doat Kniestche (gib mir mal das Krüstchen). Mit der Verkleinerungsform wollte er seine Großfresserei dann auf ein erträgliches Maß sprachlich zurückschrauben. Für uns Kinder war der Kniest angenehm, wenn wir vom Bäcker das Brot geholt haben, wir haben am Kniest immer herum gepult und uns die besonders krustigen Stellen mit Wonne in den Mund geschoben. Ellar liegt gleich Richtung Limburg rechts ab, Richtung Mengerskirchen hinter Fussingen. Es ist noch heute eine Insel wohllautender Dialektsprache.“ (F.H.)

„Zum Kreis Gießen: während in Gießen das hochdeutsche ü (kn-,kr-üstchen) und in der Abwandlung von Steinbach ein (Kreässtsche) verwendet wird, möchte ich noch die Version von Garbenteich hinzufügen: Krirstche ir ist ein besonderes nasales i. In Garbenteich ist meine Mutter geboren und ich bin dort aufgewachsen. Halt  – Mama sagt: Kresstche. So heißt das Brotende in Garbenteich. aus ir wird es.“ (Ch. S.)

„Gern beteilige ich mich an dieser fundamentalen Feldforschung und habe – neben dem schon bekannten Knust – den Kanten beizutragen. Ich bin dann noch selber ins ‚Feld‘ gegangen, sprich: ich haben meine Schwiegereltern gefragt, und bin dabei auf den oder die Kniffe gestoßen, bei der aber nicht ganz klar ist, ob es sich dabei nicht auch um eine gewöhnliche Scheibe Brot aus der Mitte des Brotlaibs handelt!“ (H.G.)

„Im Raum Krofdorf / Gießen heißt der Brotanfang Owänner. Das Brotende nennt man Krestche.“ (W.E.L.)

„Unser ehemaliges Gastkind aus Guatemala hat uns beigebracht, dass das Endstück des Brotes Suegra auf spanisch heißt, und das ist das gleiche Wort wie Schwiegermutter. Kapiert? Also die Übersetzung von Schwiegermutter und Brotende heißt Suegra (ich hab‘s mal so geschrieben, wie ich es ausspreche). Seitdem nennen wir das Brotende Suegra, weil wir das so lustig finden.“ (W. u. B. B.)

„Meine aus Schlesien stammende Schwiegermutter nennt den Kanten Ränftel (vielleicht auch Renftel?).“  (R.L.)

„Varianten für das Brotende: meine Großmutti aus der Schweiz sagt Mürgu. Tante Eva aus Wien sagt: Scherzl. Anne aus der Oberlausitz sagt: 1. Backe, 2. Kanten, 3. Kromitzka (sorbisch – so sagte ihre Oma, sagt Anne).“  (T.S.)

„Wie ich Eurem Schreiben entnehmen kann, ist Abendbrot immer noch ein Thema für Euch. Sehr konsequent! Helmut und ich haben gerade unser Sonntag-Abendbrot zu uns genommen und uns dabei ein Knäppchen geteilt. Das ist für uns die Bezeichnung für das Ende bzw. den Anfang eines Brotes. Möglicherweise ist das eine Bezeichnung aus dem Sauerland, da wir beide gebürtig von dort kommen und den Ausdruck auch schon in unserer Kindheit gebraucht haben.“ (A.F.)

„Liebe Leute, in meiner Familie (stammt aus Reutlingen/Eningen; Großraum Stuttgart) hieß das erste/letzte Stückchen vom Brot Riebele – ich glaube, diese Variante ist noch nicht in der Sammlung?“ (C.H.)

„Hier in Westfalen nennt man den Brotanschnitt Knuf oder auch Knust. Meine Freundin Anne, die aus Beckum stammt, spricht vom Knäppchen.

Meine Großmutter, die aus der Pfalz stammt, sprach vom Knäußchen, meine Mutter vom Knortzen oder auch vom Knörtzel, was sich ethymologisch sicher von dem Wort Knorren herleitet. Ich bin in Oberschwaben aufgewachsen. Dort war der Brotanschnitt der Riebel oder auch das Riebele. Selten sprach man auch vom Kanten, ein Wort, das aus dem nahen Bayern kam und eher eine dicke Scheibe Brot bedeutete, die man z.B. mit zur Arbeit nahm. Der Riebel hatte in meiner Kindheit, also in den Kriegs- und Nachkriegszeit, hohen Stellenwert. So manchen heißen Kampf um ihn habe ich damals mit meinen drei Geschwistern ausgefochten. Manchmal, wenn ich zum Bäcker geschickt wurde, habe ich auf dem Weg nach Hause den Riebel abgerissen und genüsslich verzehrt. Die Reaktion meiner Geschwister war nicht positiv. Ein Kindheitstraum war, einmal einen Riebel Brot, ohne Lebensmittelmarken gekauft, dick mit Butter beschmiert, genüsslich verzehren zu dürfen. Wenn ich das heute meinen Enkelkindern erzähle, erfahre ich nur Unverständnis und Desinteresse. So ändern sich die Zeiten. Übrigens: in Oberschwaben nennt man den Kopf auch Riebel.“ (P.H.)

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Umfrage

3. Januar 2011 - 15:17 Uhr

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