Kategorie: Feldforschung Abendbrot vor Ort


Auf der Suche nach dem Schweizer Nachtessen Café complet: 22. August 2012, Rheinsprung

24. August 2012 - 02:05 Uhr

22. August 2012, ABENDBROTTISCH am Rheinsprung 18

Für unsere letzte Abendbrotintervention im öffentlichen Raum in Basel haben wir uns einen Platz in unmittelbarer Nähe zu unserem Domizil in der Altstadt ausgesucht. Eine schmale Gasse weitet sich zu einer Terrassensituation und gibt den Blick auf den Rhein und die Mittlere Brücke frei. Auffällig ist hier eine große, quadratische Teerfläche, die auf das Pflaster gelegt ist. Wahrscheinlich eine temporäre Ausbesserungsmaßnahme. Uns ist sie willkommen, denn sie bietet unserem Abendbrottisch eine fast bühnenartige, auf jeden Fall herausgehobene Situation.

Berufstätige eiligen Schrittes sowie Touristen, die zum Ausblick auf den Rhein kurz an der Mauer verweilen, passieren unseren Tisch. Besonders auffällig sind die vielen Radfahrer, die sich die steile Straße herauf kämpfen oder flott in die andere Richtung herunterfahren. Auch Jogger in großen Gruppen eilen schwitzend und schmunzelnd an unserem Aufsteller vorbei.

Café complet? Noch nie gehört! Wir kommen allerdings auch aus Deutschland, leben und arbeiten aber hier. Ich bin mit einem Schweizer verheiratet. Komisch, dass mir der Begriff noch nie begegnet ist. Ich werde meinen Mann gleich heute Abend mal interviewen, was er damit verbindet.“ (Junge Frau in Begleitung einer Freundin)

„Ich komme aus der Westschweiz – aus Lausanne – da ist das Café complet nicht so verbreitet, aber ich kenne es und esse abends oft kalt. Heute werde ich im Zug essen, da ich noch nicht einmal zum Mittagessen gekommen bin. Ich bin Student und arbeite gerade in  einer Firma in Lörrach. Wenn ihr sehen wollt, wie mein Nachtessen heute aussieht (breitet seinen Einkauf auf unserem Tisch aus) – Brot, Käse und Nektarinen wird es heute geben. Das ist eigentlich ein typisches Essen für mich. Das Leben in der Schweiz ist teuer und ich bemühe mich, preiswert einzukaufen (legt auch den Bon auf den Tisch zu seinem Einkaufsstillleben).“ (Junger Mann mit großer Tasche)

„Ich weiß nicht, was ein Café complet ist, aber eure Wurst kenne ich. Das ist >Ahle Worscht<, oder? Ich komme aus Kassel, dort gibt es diese hessische Wurst auch. Ja, eure ist sehr lecker. Mit meiner Mutter hat es einmal ein Missverständnis gegeben, als wir uns zum Essengehen verabredet haben. Klar war, dass wir uns zu einer warmen Mahlzeit verabredet haben, über die Uhrzeit haben wir nicht gesprochen. Als ich abends kam, um sie abzuholen (ich esse immer abends warm), war sie tödlich beleidigt, denn sie hat ab mittags auf mich gewartet. Für sie war ganz natürlich die warme Mahlzeit mit dem Mittagessen gleichgesetzt. Abends gab es bei ihr klassisch Abendbrot, pünktlich um 19 Uhr. Warum meine Mutter sauer war, habe ich erst viel später erfahren. Ich dachte damals, weil ich mich um einige Minuten verspätet habe…“ (Ältere Dame, die für einige Tage in Basel ist und gerade aus der Jeff Koons Ausstellung kam.)

Café complet? Das ist doch ganz klar! Das ist das, was wir daheim haben: Kaffee, Konfi, Käse, Gschwellti.“ (Ruft uns ein Mann mittleren Alters im Vorbeigehen zu und zählt die Zutaten wie einen Abzählreim auf.)

„Na klar, kennen wir den Café complet. Wir sind Deutsche, die hier im Grenzgebiet wohnen. Ob wir den für uns auch machen? Nein, das ist ganz klar eine Schweizer Sache. Wir würden nie abends Kaffee trinken. Wir trinken unseren Kaffee immer schon direkt nach dem Mittagessen. Wichtig ist uns dabei, dass er aus einem Glas getrunken wird. Seit ich denken kann, gab es bei uns nach dem Mittagessen einen Kaffee und diesen immer aus Gläsern, die an einfache Weingläser erinnern. Nach dem Krieg hat mein Vater seinen Kaffee mittags immer mit einem Kirschwasser darin getrunken. Ich glaube, der Café complet spielt hier eine Rolle, weil die Schweizer einfach sehr gerne und viel Kaffee trinken. Die machen ja auch einfach einen verdammt guten. Wenn man sich in der Schweiz auf etwas verlassen kann, dann auf den Kaffee und die sauberen, guten Betten.“ (Älteres Ehepaar)

„Ich kenne mich mit dem Café complet nicht aus. Mit Abendessen aber schon – da bin ich sehr flexibel und esse sehr unterschiedlich, in der Regel, was eben da ist. Zurzeit bin ich wieder länger mit dem Fahrrad unterwegs – ich komme gerade aus Norwegen – da esse ich abends vor meinem Zelt meistens kalt. Das beste und reichlichste Abendessen habe ich in Georgien im Kaukasus kennengelernt, da wird man so gastfreundschaftlich und gut bewirtet, dass man kaum dagegen anessen kann.“

(Mann mittleren Alters aus Bayern, der mit dem Fahrrad bei uns anhält. Als Weltenbummler hat er in den vergangenen 12 Jahren den gesamten Globus mit dem Rad umrundet und war jeweils mehrere Monate am Stück unterwegs. Er berichtet uns von seinen Reisen, den vor Ort gemachten Erfahrungen und wie sich sein Beruf als Werkzeugmacher mit den Langzeitreisen in Verbindung bringen lässt. „Ich finde es viel verrückter jeden Tag zur Arbeit zu gehen, als das, was ich mache.“ Uns verspricht er ein spezielles Abendbrotfoto von einer seiner Reisen.)

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Stadt(t)räume

8. August 2012 - 12:03 Uhr

Die Abendbrotforscher fragen in BASEL nach der Praxis des „Café complet“. Mit ihrem mobilen Abendbrottisch ziehen sie durch den Stadtraum, bieten ein einfaches deutsches Wurstbrot an und möchten mit Passanten über das Nachtessen ins Gespräch kommen. Im besten Falle werden zu einem „Café complet“ nach Hause eingeladen…

Anzutreffen sind sie:

am 8.8.2012 und 9.8.2012 von 17 bis 19 Uhr am Oberen Rheinweg 63,

am 10.8.2012 von 17 bis 19 Uhr Ecke Spitalstraße/Totentanz,

am 11.8.2012 von 17 bis 19 Uhr am Wettsteinplatz in Basel.

am 22.8.2012 von 17 bis 19 Uhr am Rheinsprung 18 in Basel.

 

Das Projekt findet statt im Rahmen von „Stad(t)räume“ und mündet dort in einer Aktion/Installation.

Zur Stadt(t)räume Website  http://supe.ch/doc/index.php?id=190

 

 

 

 

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WG im Malkasten

5. März 2012 - 10:47 Uhr

wg/3zi/k/bar

ein haus fuer kuenstlerInnen.gaeste.freunde

do. 08.03.2012, ab 20.00 uhr

grande finale

bibliothek: Volker Lang „Hinter der Landschaft“

wohnen: Stefan Saffer „Aus Schirnaidel“

kueche: Jörg Wagner, Ingke Günther „Feldforschung Abendbrot“

gaestezimmer: Fritz Balthaus: „Lassenmüssen“

bar: j.b’s bar

Liebe Freundinnen und Freunde der WG!

Nach nahezu 9 Jahren öffnet die WG am nächsten Donnerstag zum letzten mal ihre Türen. In 86 Verantstaltungen haben seit 2003 mehr als 350 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt uns das gezeigt, was sie an Kunst und ausser ihr sonst noch interessiert, Kuratorinnen und Kuratorenuns bekocht und Tausende von Gästen das beste Publikum der Welt gegeben. Ihr wisst- man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist. Auf der Höhe der WG sagen wir euch allen den größten Dank für die wunderbare Zeit, die phantastischen Beiträge, die engagierten Gespräche, die schrägen Ideen, die spannenden Arbeiten und die lockeren Abende unter Freunden! Wir freuen uns, wenn ihr alle zum Finale kommt! Birgit & Markus

die wg : jeden 2ten donnerstag im monat malkasten.duesseldorf.jacobihaus kuenstlerverein malkasten.jacobistr .6a.40211 duesseldorf.0211.356471 aktuelles programm.info: www.wg3zikb.de programm.ausfuehrung: markus ambach.birgit jensen

die wg im malkasten- ein offenes haus fuer kuenstlerInnen.gaeste.freunde wann: jeden 2. donnerstag im monat wo: malkasten.duesseldorf.jacobihaus was: treffen.talken in 5 zimmern: wohnen/tv: video.filmprogramm.tv bibliothek: lesung.vortrag.news gaestezimmer: gaeste.bilder.diskussion kueche: wer kocht was.plattenkueche bar: trinken.treffen.talk in j.b’s bar

info@wg3zikb.de

 

 

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Diepenheim – GrensWerte

18. September 2010 - 11:28 Uhr

Diepenheim, 14.09.2010

Bei heftigem Dauerregen brechen wir erneut in die Niederlande in die kleine Gemeinde Diepenheim auf. Vor Ort begrüßt uns zwar eine sehr gepflegte und sichtbar von Kunst geprägte Gemeinde. Das Wetter meint es jedoch nicht gut mit uns. Immer noch ist es regnerisch und ein scharfer Wind fegt die Straßen menschenleer. Da wir in Diepenheim keinen vorher festgelegten Ort für unsere Intervention haben, fahren wir eine ganze Weile durch die Ortschaft – auf der Suche nach einem halbwegs belebten Ort.

Fehlanzeige. Kaum jemand ist auf der Straße, nur hier und da hat ein Hund seinen Menschen auf die Straße gezogen, der nun schnellen Schrittes mit hoch gezogener Kapuze den unumgänglichen Gassi-Gang verrichtet. Auch der zentrale Platz steht nur voller Pfützen. Wir stellen fest: Niemand da, dem man ein Butterbrot anbieten könnte.

Nach erster Ratlosigkeit kommen wir zu dem Entschluss, dass die Abendbrotforschung heute aufsuchend tätig werden muss. Wir fahren weiter durch den Ort auf der Suche nach Menschen, vorbei an den vielen hübsch geputzten Einfamilienhäusern. Durch die großzügigen, gardinenfreien holländischen Fenster sieht man einige Familie bei Abendbrotvorbereitungen – es wird geschnippelt und gekocht.

Unsere Brote bleiben heute dagegen eingepackt. Aber Plan B sagt: wir bringen unsere Brotbrotboxen direkt zu den Holländern. Wie ehemals der Milchmann fahren wir unsere „boterham trommeltjes“ aus. Gut, dass wir sie vorher mit niederländischer Gebrauchsanweisung versehen haben. Nicht flächendeckend doch hier und dort setzen wir unsere Feldforschungsbox vor den Haustüren der Diepenheimer aus. Manch einer schaut erstaunt aus dem Fenster und belächelt das eigenwillige deutsche Wohnwagengespann nebst Lieferservice.

Nach der feuchten Verteilaktion fahren die Abendbrotforscher nach Deutschland zurück, gespannt welcher Resonanz demnächst aus Diepenheim kommt…

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Bad Bentheim – GrensWerte

18. September 2010 - 11:27 Uhr

Bad Bentheim, 13.09.2010

Wir sind wieder auf die deutsche Seite der Grenzregion zurückgekehrt. Auch im niedersächsischen Bad Bentheim lässt sich die Abendbrotforschung auf dem zentralen Platz vor dem Rathaus mit ihrer mobilen Einheit für die Abendstunden nieder. Pünktlich um 18 Uhr sind wir fertig mit dem Aufbau und erwarten Brote schmierend unsere potentiellen Gäste.

Um uns herum schlendern vorwiegend ältere Urlauber über den Platz – unter ihnen viele Holländer. Ihr Ziel ist zumeist das zentral am Platz gelegene Hotel Grossfeld. Uns kommen oft holländische Satzfetzen zu Ohren, aus denen hervorgeht, dass die erstaunten Flaneure versuchen unsere Mobilaufschrift zu enträtseln. Aber nur wenige folgen ihrer Neugier nachfragend  und lassen sich dann von uns kurz in Gespräche verwickeln.

Nachdem er uns wohl eine ganze Weile von seinem Arbeitszimmerfenster aus dem Rathaus beobachtet hat, macht auch der Bürgermeister von Bad Bentheim, Herr Dr. Volker Pannen, auf dem Nachhauseweg mit dem für die hiesige Region obligatorischen Fahrrad vor unserem Mobil halt. „Das sieht ja putzig aus! Was hat es denn damit auf sich?“ Wir klären ihn auf und bitten auch gleich um Teilnahme, indem wir ihm unsere Butterbrotbox in die Hand drücken.

Ansonsten sind es vor allem die Jugendlichen von Bad Bentheim, die keine Scheu zeigen. Lange sind wir von einer ganzen Gruppe umringt, die neugierig nachfragt und bereitwillig erzählt. Wir sitzen mit ihnen zusammen und tauschen unsere Brote gegen ihre Erzählungen. Einige notieren eifrig, was ihnen zu ihren individuellen Abendbroten einfällt. Ein gemeinsames Abendbrot im Kreis der Familie findet für sie allerdings nur noch in Ausnahmen statt (s. „Abendbrotnotizen“). Wir sind auf jeden Fall gespannt, wieviele von den versprochenen Abendbrotfotos tatsächlich bei uns landen!

Nach den Jugendlichen folgt eine Gruppe von Kindern – in Ermangelung anderer Attraktionen sehr an unserem Mobil interessiert. Und äußerst hungrig. Mit dem Dunkelwerden geht für uns ein sehr lebendiger Abendbrot-Abend zu Ende.

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Coevorden – GrensWerte

18. September 2010 - 11:25 Uhr

Coevorden, 11.09.2010

Nach der Auftaktveranstaltung in Dinxperlo machen wir heute unseren ersten Ausflug über die niederländische Grenze. Ein weitläufiger Marktplatz und mildes Spätsommerwetter laden die Abendbrotforscher zum Verweilen mitten im Zentrum von Coevorden ein. Um 17.30 Uhr fahren wir mit unserem mobilen Abendbrotimbiss auf dem Marktplatz der beschaulichen Grenzstadt ein – neugierig beäugt von den Gästen der umliegenden Kneipen und Eiscafés.

Die Abendbrotforschung wird zum Bühnenstück: wir mitten auf dem Platz, das amüsierte Publikum in den gastronomischen Besucherrängen um uns herum. Wir bauen in der Abendsonne auf, richten unser Mobil ein und schmieren Brote  – mit deutschem Sauerteigbrot und verschiedenen Belägen. Rechts und links flitzen die radelnden Holländer vorbei – alleine, zu zweit und in größeren Gruppen – ganz Coevorden scheint sich auf’s Rad geschwungen zu haben. Erstaunte Blicke, hier und dort ein Lachen, verstohlenes Getuschel – aber man radelt weiter.

Nur vereinzelt trauen sich die Coevordener an unsere Brot-Ausgabelucke heran. Es sind vor allem die Gäste aus den umliegenden Lokalen, die sich aus Neugier und nach einer ganzen Weile des Beobachtens und Mutmaßens zu uns trauen, um zu fragen, was es mit unserer Aktion auf sich hat. So bringen wir doch noch Häppchen unter die Leute und kommen über deutsche und niederländische Abendbrotgewohnheiten ins Gespräch (Details dazu unter „Abendbrotnotizen“).

Was wir wiederholt zu hören bekommen: das deutsche Brot ist den Holländern zu trocken, zu hart! Unsere geschmierten Häppchen kommen zwar gut an – besonders die importierte „ahle Worscht“ – aber auch hier heißt es auf Nachfragen: „Ja, das war lecker, aber das Brot war schon ein bisschen fest. Wir sind weicheres Brot gewöhnt.“ Nun gut.

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Dinxperlo – GrensWerte

18. September 2010 - 11:25 Uhr

Dinxperlo, 10.09.2010

Kunstkirmes in Dinxperlo, einer kleinen niederländischen Gemeinde, die zu Aalten gehört und sich unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze befindet. FELDFORSCHUNG ABENBROT findet sich dort um die Mittagszeit mit einigen weiteren Wohnwägen und mobilen Kunsteinheiten aus Deutschland und den Niederlanden ein. Unmittelbar angrenzend an den gerade stattfinden Dinxperloer Wochenmarkt sammeln sich die Künstlermobile zu einer platzfüllenden Wagenburg an. Mit der Kunstkirmes startet GrensWerte sein Passagen-Projekt, das die mobilen Kunsteinheiten auf unterschiedliche Reisen rechts und links der deutsch-niederländischen Grenze schickt. Für uns ist Dinxperlo der Start einer kleinen fortführenden Forschungsetappe, die uns in den nächsten Tagen in zwei weitere niederländische und eine deutsche Gemeinde schicken wird.

Pünktlich zur Abendbrotzeit klappen wir die Ausgabelucke unseres Abendbrotimbisses auf. Doch leider regnet es nicht nur auf unsere Abendbrote – die gesamte Veranstaltung wird nicht mit bestem Wetter belohnt. Was mittags noch freundlich aussah, wandelt sich gen Nachmittag zum Dauerregen. Nach der offiziellen Eröffnung sind Regenschirme gefragt und der Verweilwille seitens des Publikums ist verständlicherweise gering.

Doch einige dem Regen trotzende Gäste und Mitwirkende ziehen neugierig von Wohnwagen zu Wohnwagen. Wir haben gut zu tun und schmieren Brote, erläutern unser Projekt, sammeln Geschichten und verteilen Butterbrotboxen. Unsere Besucher sind ausgewogen sowohl niederländischer wie deutscher Herkunft. Viele Familien, die direkt an der Grenze wohnen, berichten von ihren Abendbrotgewohnheiten (Details dazu unter „Abendbrotnotizen“).

Die Grenze bleibt auch in der unmittelbaren Grenzregion spürbar – die Niederländer erzählen fast ohne Ausnahme von warmen Abendmahlzeiten, mittags gibt es traditionell belegte Brötchen und Milch. (Vom holländischen Mittagsklassiker konnten wir beim Mitwirkenden-Imbiss kosten: süße, weiche Brötchen mit Wurst und Käse belegt. Für deutsche Brotesser eher ungewohnt.) Ein Gemeinsames beidseitig der Grenzen wird im Laufe des Abends jedoch deutlich: mit dem Eintritt in das Rentenalter verändern sich häufig die Essgewohnheiten. Man nimmt sich nun hier wie dort mittags die Zeit zum Kochen und isst abends kalt.

Kalt sind am Abend auch unsere Füße. Zufrieden mit dem Verlauf des Abends sind wir trotzdem.

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„Der Westfale mag es gerne süß.“

5. Oktober 2009 - 22:15 Uhr

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Ein Zitat – gehört bei „Zu Gast: Abendbrotforschung privat“.

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Steinfurt

6. September 2009 - 13:12 Uhr

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FELDFORSCHUNG ABENDBROT zu Gast in Pastors Garten

Unsere allererste private Einladung zum Abendbrot im Juni bei Familie Bäumer führte zu der spontanen Idee Willi Bäumers ein gemeinsames Abendbrot mit uns in „Pastors Garten“ zu organisieren. Heute soll dieses Abendbrot nun ab 18.00 Uhr im idyllischen Garten des katholischen Pfarrhauses in Steinfurt stattfinden.

Auf der weitläufigen Wiese des Gartens platzieren wir unser Abendbrotmobil unter dem schützenden Laubdach eines großen Baumes. Willi Bäumer sorgt für ausreichend Sitzgelegenheiten und an dem doch schon herbstlich kühlen Abend für Wärme aus der Gasflasche. Unsere Abendbrotgesellschaft ist an diesem Abend so international wie noch nie: Gäste aus Deutschland, Tschechien, Polen, Afrika und Indien nehmen an der langen Tafel Platz – darunter alleine sechs Geistliche.

Vielfältig ist auch das Speisenangebot dieses Abends und unsere geschmierten Brote sowie der Wurstsalat werden um einige mitgebrachte Abendbrotspezialitäten ergänzt. Brigitte Bäumer bereichert den Abendbrottisch um Kartoffelsalat und Würstchen sowie eine Platte mit „Schachbrettbroten“ aus Schwarzbrot, dazu Knochenfleisch und westfälischen Schinken. Aus dem Pfarrhaus kommen frisch zubereitete Rosmarinkartoffeln mit Kräuterbutter auf den Tisch, und ein Freund der Familie Bäumer serviert sein Junggesellenabendbrot: geschmierte Klappstullen, Tomaten und Bier.

Der Hausherr Pastor Heinrich Wernsmann spendiert Weißwein und Schnaps und der Abend nimmt den Verlauf eines ausgelassenen Gartenfestes. Zwischen den Bissen werden immer wieder persönliche und internationale  Abendbrotgewohnheiten ausgetauscht. Den Abend beschließt die christliche Abendbrotgemeinde mit dem Singen einiger Lieder und einem wärmenden Feuer.

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Wir danken Brigitte und Willi Bäumer für die Vermittlung in Pastors Garten, Herrn Pastor Wernsmann für die Gastfreundschaft und allen weiteren Gästen für den schönen und geselligen Abend. Für uns war dieser Abendbrotabend im Kreis einer Gemeinde eine außergewöhnliche Erfahrung!

Natürlich freuen wir uns über rücklaufende Rezepte, Abendbrottischfotos und Antwortkarten!

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Rheine

4. September 2009 - 17:18 Uhr

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Wenn man im öffentlichen Raum agiert, spricht man oft vom Wetter. Wieder blicken wir den ganzen Tag über bang in den Himmel – dunkle Wolken, kräftiger Wind und immer wieder Regenschauer beherrschen den heutigen Donnerstag.

In Rheine mit unserem Mobil angekommen, ist es kühl doch trocken – und soll es überraschenderweise auch bleiben. Vor dem Haus der Familie Lukaschek, die uns sowie Nachbarn und Freunde eingeladen hat, bauen wir unsere Abendbrotstation auf. Kaum fertig werden wir schon von einer großen Gästeschar umringt: eine ganze Berufsschulklasse begleitet von ihrer Lehrerin findet sich bei uns ein. Die Hauswirtschaftlerinnen haben in der Zeitung von unserer Aktion gelesen und bringen professionelles Interesse an der Abendbrotforschung mit. Schnell sind alle Sitzgelegenheiten belegt, eifrig werden unsere Fragekarten ausgefüllt, Brote und Radieschen-Salat verzehrt.

Mitten in dem Trubel stoßen weitere Gäste dazu – es wird eng um das Abendbrotmobil! Nach ausführlichen Gesprächen und Erläuterungen zu unserem Projekt verlassen uns die Damen von der Hauswirtschaftsschule und gleich finden sich weitere Gäste voller Neugier ein. Eine Nachbarin bringt Heringsdipp und Pellkartoffeln mit – eine typisch norddeutsche Abendbrotmahlzeit, die regen Anklang findet und unsere hessischen Wurstbrote ergänzt.

Obwohl es kühl ist, wird in guter Stimmung gemeinsam gegessen und geratscht. Eine gesellige Atmosphäre lässt verweilen. Abendbrotgespräche flammen hier und da immer wieder auf, wenn neue Gäste eintreffen. Erst um 22.00 Uhr räumen wir zusammen – angefüllt von vielen intensiven Gesprächen.

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Familie Lukaschek danken wir für ihre Einladung nach Rheine und das nachhaltige Neugierigmachen ihres Freundeskreises sowie das gute selbstgebackene Brot. Wir hatten viel Spaß an diesem lebendigen Abend mit vielen spannenden Begegnungen. Schön wäre es, wenn wir das Brotrezept sowie das Rezept für den Heringsdipp der Nachbarin für unsere Sammlung erhalten würden!

Anette Rose danken wir für die Fotos.

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Ibbenbüren

3. September 2009 - 11:16 Uhr

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Ibbenbüren am 1. September 2009. Der Himmel kündigt schon seit dem Nachmittag nichts Gutes an, und so beschränken wir unsere Gestaltung am Ort schlicht auf unsere mobile Butterbrotausgabe – Tische und Stühle bleiben unausgepackt. Länger draußen verweilen mag ohnehin niemand. Auch unser Abendbrotangebot ist den Witterungsbedingungen angepasst – es gibt praktische Stullen, die auch im Vorübergehen verzehrt werden können.

So steht unser Mobil malerisch am Hang der Ibbenbürener Neubausiedlung und trotzt den schwarzen Wolkenwänden – wir tun es ebenso und schmieren Klappstullen. Diese finden auch Absatz, denn neugierig macht die unkonventionelle Situation am zentralen Verkehrskreisel der Siedlung doch. Mit Regenschirmen und Windjacken ausgerüstet kommen die Gäste ans Abendbrotmobil. Mancher nimmt die angebotene Stulle mit auf den Heimweg, andere bleiben, essen mit uns gemeinsam und berichten ausführlich über die persönliche Abendbrotkultur.

Unser kleiner Querschnitt für diese Siedlung zeigt: hier wird abends häufig warm gegessen. Etwas Warmes könnten wir heute auch gebrauchen – zumindest eine Fußbodenheizung im Abendbrotmobil. Dass es dies durchaus auch für Wohnwägen gibt, erfahren wir von einem Gast mit langer Campingerfahrung. Erstaunlich ist, wie viel Platz unser kleines Mobil bietet – als eine interessierte Mutter mit ihren drei Töchtern zu uns stößt, passen wir alle dicht gedrängt an unseren Abendbrottisch.

Und so führen wir an diesem Abend, bevor die Dunkelheit schneller als erwartet hereinbricht, intensive Abendbrotgespräche und hoffen, dass die ausgeteilten Brotboxen uns einige Lieblingsrezepte nebst Abendbrotfotos bringen werden!

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Lengerich

28. Juli 2009 - 21:25 Uhr

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Der Wetterbericht hält, was er verspricht: der strahlende Sonnenschein, der uns tagsüber beglückt hat, wird abends einer Regenfront weichen. Als wir in der idyllischen Siedlung in der Robert-Koch-Straße ankommen, ist es erst noch trocken. Kaum haben wir jedoch aufgebaut, stellt sich schwacher aber nachhaltiger Regen ein – keine guten Voraussetzungen für ein geselliges Beisammensein im Freien. Wir verziehen uns ins Abendbrotmobil, und die Bewohner bleiben vorerst in ihren Häusern – allenfalls mitleidige Blicke lassen sich hinter wackelnden Gardinen erahnen.

Aber wir sollen nicht alleine bleiben: trotz des Regens kommen immer wieder vereinzelt Gäste zu uns an und vor allem in das Mobil. Marion Marx, die wir schon im DA-Kunsthaus Kloster Gravenhorst kennengelernt haben, besucht uns und bringt einen köstlichen Kartoffelsalat mit. Westfälisch ist er insofern, da nur Gemüse aus dem eigenen Garten verwendet wurde (Danke für das Rezept!). Wir decken im Mobil den Tisch, essen gemeinsam Abendbrot und tauschen uns lange über Lebensläufe, Essensgewohnheiten und Nachbarschaften aus.

Und so schreitet der Abend voran und der wenige Platz im Mobil ist fast immer durch Besuch besetzt. Es sind erstaunlicher Weise ausschließlich die Damen, der umgebenden Nachbarschaft, die wissen wollen, was es mit dem Mobil in ihrem beschaulichen Wendehammer auf sich hat. Eine nette Nachbarin macht gleich mit Rauhaardackel Olli bei uns Station und lässt sich zu einem Abendbrot-Imbiss einladen. So sind wir im Nieselregen doch ständig im Gespräch, wenn auch intimer als erwartet. Ein öffentlich gedachtes Abendbrot bekommt einen privaten Charakter.

Wir danken Marion Marx und den Nachbarinnen der Robert-Koch-Straße für die Gesellschaft im Abendbrotmobil und den aufgeschlossenen Austausch. Natürlich würden wir uns freuen, wenn das eine oder andere Abendbrotfoto vom privat gedeckten Tisch in den nächsten Wochen bei uns eintrudeln würde!

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Greven

25. Juli 2009 - 12:10 Uhr

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Der Wetterbericht hat für die Abendstunden Starkregen angekündigt. Ein Gewitter liegt schon hinter uns, als wir im Kloster Gravenhorst aufbrechen, um mit dem Abendbrotmobil nach Greven zu fahren. Dort angekommen empfängt uns erst einmal ein strahlender Himmel. Doch das Bild trügt – kaum haben wir aufgebaut, spült uns ein starkes Gewitter wieder in den sicheren Schutz unseres Wohnwagens. Kurz nach 18.00 Uhr – dem offiziellen Beginn unserer Aktion vor Ort – reißt der Himmel aber auf; das Gewitter ist vorbeigezogen.

Der dunkel drohende Gewitterhimmel hat aber wohl so manche Nachbarn verschreckt, die von unserer Mitgastgeberin Anne Fellenberg eingeladen wurden (oder ist es etwa das merkwürdige Abendbrotvorhaben der Akteure?). Doch nach und nach finden sich die Gäste ein und die, die kommen, sind neugierig und verweilen lange. Zusammen lässt man sich am größten der Tische nieder, isst Brote und tauscht sich aus. Was es mit dem Projekt auf sich hat, ist eine zentrale Frage. Wir antworten gerne und fragen im Gegenzug nach Kindheitserinnerungen. Bei geschmierten „Reiterchen“ (unserer Kindheitserinnerung) erfahren wir einiges über die von Mangel geprägten Kindheitsabendbrote der vorwiegend älteren Anrainer.

Besonders lecker sind die Pumpernickel-Käse-Rosinenbrot-Sandwiche, die Anne auf einer großen Platte anbietet. Süß-herb im Geschmack, skulptural ansprechend und für uns völlig neu in dieser Kombination sind die von ihr so getauften Münsterländer „Dreispitze“. Helmut, Annes Ehemann, bereichert später die Abendbrotgesellschaft mit gutem Rot- und Weißwein (den der Sohn Dirk gerade erst aus Hamburg importiert hat), und das Abendbrot bekommt nun den Charakter einer kleinen Feier unter Freunden.

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Ein besonderer Moment des Abends: eine Nachbarin stößt später zu der geselligen Runde dazu und bringt auf einem Tablett ein arrangiertes Abendbrot-Stillleben mit, das in eindrücklicher Weise die Veränderungen der Abendbrotgewohnheiten der vergangenen 50 Jahre zeigt. Ein schlichtes Abendessen steht für 1959: Holzbrettchen, schlicht belegtes Brot und eine Tasse starker schwarzer Tee. Stellvertretend für die international gewordenen Abendbrotgewohnheiten des Jahres 2009 dagegen: ein Glas Weißwein und italienische Bruschetta mit gehackten Tomaten. Wir sind begeistert über diesen spontanen und bildhaften Beitrag zur Abendbrotforschung!

Wir danken Anne und Helmut für die Unterstützung, den freundschaftlichen Austausch, das überlassene Quiche-Rezept und die prima Dreispitzbrote! Außerdem ein Dankeschön an die Nachbarschaft, mit denen wir einen schönen Abendbrotabend verbracht haben.

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Ochtrup

13. Juni 2009 - 17:03 Uhr

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Imposante Wolkenformationen über Ochtrup – aber es regnet nicht bei unserer zweiten Intervention vor Ort. Ähnlich freundlich wie das Wetter begegnen uns die Anwohner der Siedlung rund um die alte Ziegelei. Junge wie ältere Besucher finden sich immer wieder auf ein Gespräch, Fragen und geschmierte Brote ein.

Natürlich sind es wieder zuerst die Kinder und Jugendlichen, die sich ohne große Hemmungen näher herantrauen und verweilen. Die Älteren unter ihnen zeigen nicht nur ein nachhaltiges Interesse an den guten Wurst- und Eibroten, sondern bleiben lange, fragen ausführlich nach Hintergründen und sind insgesamt überraschend aufgeschlossen, neugierig und mitteilsam. Und nett sind sie, unsere neuen Feldforschung-Abendbrot-Fans: Marlene, Felix 1, Felix 2, Mats und Jonas!

Aber auch die erwachsenen Besucher, die zum Großteil aufgrund der Vorankündigungen gezielt zu uns kommen, sind überaus interessiert, plaudern lange mit uns über unsere künstlerische Feldforschung und lassen sich das Abendbrot schmecken. Skurril ist, dass eine Besucherin noch am selben Tag im Kloster Gravenhorst und so auch im Feldforschung-Abendbrot-Atelierraum war und nun zu unserer Aktion vor Ort dazustößt, weil sie zufällig in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt.

Schön war’s in Ochtrup – vor allem mit der aufgeweckten Jugend, die  „krasse Kressebrote“ mag.

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Feldforschung Abendbrot vor Ort, Hörstel

11. Juni 2009 - 14:10 Uhr

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Zur Abendbrotzeit zwischen 17.00 und 21.00 Uhr lassen wir uns am 10. Juni mit unserem Abendbrotmobil mitten in einem der neueren Wohngebiete von Hörstel auf einer grünen Verkehrsinsel nieder. Von Anwohnern, Spaziergängern und vorbeifahrenden Autofahrern werden wir ungläubig beäugt. „Was soll denn das sein? – Gibt’s hier Eis oder Würstchen?“

Die zahlreichen auf der Straße spielenden Kinder kennen jedoch keine Zurückhaltung – schnell belagern sie das seltsame Mobil, das komischerweise „Abendbrot“ anbietet, und freuen sich schier unersättlich an belegten Broten und hessischer Wurst. Wo Kinder sind, folgen irgendwann auch die Eltern – nicht in Scharen, aber immer wieder trauen sie sich im Schlepptau ihres Nachwuchses an die merkwürdige Situation heran. Und so ergeben sich Begegnungen zwischen Neugier, Verunsicherung und Spaß an der unverhofften Überraschung.

Besonders schön: ein Familienvater beteiligt sich mehr als spontan an unserer Abendbrot-Fotosammlung und bringt das eben am heimischen Abendbrottisch geknipste Bild postwendend zu uns ans Mobil. Oder: ein ehemaliger Anwohner der Siedlung, der aus der Dominikanischen Republik stammt, berichtet von karibischen Abendmahlzeiten und ein echter Handkäs-Fan kommt gleich mehrfach zum Verzehr dieser hessischen Spezialität vorbei.

Kommentieren » | Allgemein, Feldforschung Abendbrot vor Ort, Projekt KunstKommunikation 09, DA-Kunsthaus