ABENDBROTMUSEUM

9. Januar 2011 - 12:47 Uhr

Das Abendbrotmuseum versammelt Gegenstände und Fotografien von Dingen, an denen Abendbroterinnerungen haften. Erinnerungen an den gedeckten Tisch aus Kindertagen, an Abendbrote bei den Großeltern, Picknickbrot-Situationen, WG-Abendessen oder Abendbrote aus der jüngsten Vergangenheit – mit den eigenen Kindern, dem Partner, Freunden oder alleine.

Gibt es noch das Lieblingsbrettchen? Welcher Gegenstand hat sich herübergerettet aus der Zeit, als sich noch alle Familienmitglieder pünktlich um 18 Uhr um den gedeckten Tisch versammelt haben. Oder welches Messer, welchen Teller oder Salzstreuer benutzt man heute am liebsten?

ABENDBROTBRETTCHEN

Dieses wunderbare Abendbrotbrett haben wir Abendbrotforscher vor einigen Jahren im Ensemble mit vier weiteren auf einem der besten mittelhessischen Flohmärkte erstanden. Damals waren wir noch keine Abendbrotforscher, hatten aber schon viel Spaß am Abendessen und gestrigem Geschirr. Wenn Zeit und Lust dem gedeckten Tisch gegenüber dem Butterbrote-Teller den Vorrang geben, sind diese Deluxe-Brettchen mit Bild- und Schneidefläche unsere liebsten.

I.G.

GÄBELCHEN

„Diese Gäbelchen erinnern mich an die – aufgrund der großen Entfernung  – nicht häufigen Abendbrote bei meiner Oma. Genau diese durften auf ihrem Abendbrottisch nicht fehlen, um den Wurstaufschnitt fettfingerfrei auf das Schwarz- oder Knäckebrot zu bugsieren oder um die obligatorischen sauren Gürkchen aufzuspießen. Denke ich an ihren Abendbrottisch, dann fällt mir auch die rechteckige, durchsichtige Stapelbox aus Plastik ein, in der Aufschnitt und Käse etagenweise im Kühlschrank gelagert wurde, um dann ihren Platz im praktischen Mehrstöcker auf dem Abendbrottisch zu finden.“

I.G.

EIERTRAGE

„Dieser Behälter für hartgekochte Eier begleitete uns in den späten 50er-Jahren bis Anfang der 70er-Jahre immer und überall hin, wenn wir einen Sonntagsausflug mit Opel oder Taunus machten, oder die weite Reise bis hin zur Ostsee auf die Insel Fehmarn antraten. Der Besuch eines Restaurants war damals nicht üblich und für meine Eltern mit ihren vier Kindern unerschwinglich. Ich erinnere mich mal an einem Bratwurststand und sogar im Wiener Wald gewesen zu sein. In der Regel gab es aber leckere Butterbrote, zwei hart gekochte Eier, Tee und Äpfel“.

F.J.

SENFSPENDER

„Dieser Senfspender (man beachte: von TUPPER!) wurde im Frühjahr 1969 für den ersten Campingurlaub im Ausland angeschafft. Es ging in den Sommerferien nach Frankreich, nach Lou Soleil am Mittelmeer. Die Familienkutsche (Ford Taunus 20MTS) war neben den Eltern im vorderen Bereich und vier Mädchen auf der Rückbank bis unter und auch über dem Dach bepackt. Es war mein erster Camping- und auch mein erster Auslandsurlaub. Auf alle Fälle war es mein schönster Familienurlaub. Ein Abendbrot ohne Senfspender?! Geht das??!“

F.J.

NUTELLA-BRETTCHEN

„Dieses Nutella-Brettchen begleitet mich seit meiner Kindheit in den frühen 70er-Jahren. Ob meine Mutter es zusammen mit einem Nutella-Glas eingekauft, oder mein Vater, der im Handel tätig war, es als Werbegeschenk mit nach Hause gebracht hat, weiß ich nicht mehr. In die ovale Einkerbung des Brettchens hat auf jeden Fall ein kleines Nutella-Glas hineingepasst. Noch heute benutze ich es leidenschaftlich gerne – nicht nur zum Frühstück, sondern auch zum Aufschneiden von Wurst oder eben zum Abendbrot.“

J.W.

MITROPA-TELLER

Diesen ovalen Mitropa-Teller haben die Abendbrotforscher bei ihrem Projektaufenthalt im Rahmen von GrensWerte in Bad Bentheim erstanden. Dort hatten wir unser Basislager und haben in diesem beschaulichen (um nicht zu sagen: totlangweiligen) Kurort einen wunderbaren Trödelladen entdeckt. Dort gab es Unglaubliches zu sehr erschwinglichen Preisen, u.a. diesen Teller, der sicherlich einiges von seinen Bahnreisen berichten könnte. Bestimmt kommt ein kleines Angebot an Aufschnitt ausnehmend gut auf ihm zur Geltung.

KÄSE-IGEL

Grasoli HAPPY heißt dieser schmucke, noch original verpackte Käse-Igel, der uns aus einer Haushaltauflösung in Kassel für unser Archiv übergeben wurde. Er scheint kaum benutzt und wartet nun auf seinen Einsatz auf einem unserer Abendbrottische. Wir danken Harald Sch. für diese Gabe!

MAX & MORITZ

Max & Moritz stehen für den Abendbrottisch meiner Kindheit. Ich fand diesen Klassiker des Würzwerkzeugs von Wagenfeld schon als Kind wunderbar in seiner einfachen aber klaren Formensprache. Dieses Streuer-Set ist leider nicht das Original meiner Kindertage, sondern wurde aus nostalgischen Gründen (antiquarisch) neu erworben.“

I.G.

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